Hepatitis C: Günstige Generika für Millionen

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Durch das Medikament Generika sei der Preis für eine Behandlung um ein Vielfaches gesunken. Das hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (ÄoG) gestern am Rande des Welt-Hepatitis-Gipfels in São Paulo mitgeteilt. Ursprünglich fielen für diese für die USA 147.000 Dollar bei den Pharmaherstellern Gilead und Bristol-Myers Squibb an. "Ärzte ohne Grenzen" musste 2015 noch bis zu 1800 Dollar für die zwölfwöchige Therapie bezahlen. Die Preissenkungen könnten Millionen Patienten eine Behandlung ermöglichen. Dadurch werden Programme zu Behandlung ausgebremst und nur wenige Patienten profitieren von den Medikamenten.

"Was bringen bahnbrechende neue Medikamente, wenn die Patienten sich die Behandlung nicht leisten können?" fragt Jessica Burry, Pharmazeutin der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen.

Die Preise für Hepatitis-C-Medikamente sind so hoch, dass die meisten Patienten sie nicht aus eigener Tasche bezahlen können. Auch für viele Regierungen wird es schwierig, die Behandlung im öffentlichen Gesundheitssystem zu gewährleisten. Im Gegensatz dazu reduzieren sich aber die Preise für generische Präparate immer weiter, sagen die Experten. 2017 zog Malaysia nach – auch dort erließ die Regierung eine Zwangslizenz. Heute kostet die Behandlung mit 120 US-Dollar nur noch einen Bruchteil, dank qualitativ absolut gleichwertiger Generika.

Weltweit sind rund 71 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis C infiziert. 72 Prozent von ihnen leben in Nationen mit niedrigem und mittlerem Durchschnittseinkommen. Sogenannte direkt wirkende antivirale Medikamente (direct-acting antiviral medicines, DAA) sind ein wichtiger Durchbruch bei der Behandlung von Hepatitis-C. Sie führen zu Heilungsraten von bis zu 95 Prozent, mit gleichzeitig viel weniger Nebenwirkungen als zuvor, erklären die Mediziner. Der Zugang zu diesen antiviralen Medikamenten werde allerdings durch die sehr hohen Preise erschwert. Das führt dazu, dass viele Länder die Behandlung nur Menschen in weit fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung ermöglichen. Bis Ende 2016, drei Jahre nachdem Sofosbuvir eingeführt wurde, wurden schätzungsweise nur 2,1 Millionen Menschen mit diesen Medikamenten therapiert - 69 Millionen Menschen hatten demnach keinen Zugang. Dies erinnert an die Anfänge der Behandlung von HIV. Der Zugang zu DAAs ist jedoch wegen der hohen Preise begrenzt.

Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C sind für Millionen Infizierte nicht erschwinglich. Seit dem Jahr 2015 wurden knapp 5.000 Patienten mit sogenannten direkt wirkenden antiviralen Medikamenten (DAA) versorgt.

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