Italiener muss wegen vorsätzlicher HIV-Ansteckung dutzender Frauen lange in Haft

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Trotzdem hatte der Buchhalter mit etlichen Frauen ungeschützten Sex und steckte 29 von ihnen mit dem Virus an, wie italienische Medien am Samstag unter Berufung auf das Gerichtsurteil vom Vorabend berichteten. Vor einem italienischen Gericht wurde der 33-Jährige nun zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt. Obwohl er seit dem Jahr 2006 von seiner HI-Infektion gewusst habe, hatte er bis zu seiner Festnahmen 2015 mit dutzenden Frauen ungeschützt Geschlechtsverkehr. Seine Opfer waren zwischen 14 und knapp 40 Jahre alt, darunter Studentinnen und auch Mütter. Einige seiner Opfer, die ebenfalls im Gerichtssaal anwesend waren, brachen in Tränen aus und umarmten einander. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslängliche Haft gefordert.

Es war das erste Strafverfahren dieser Art in Italien. Insgesamt 53 Partnerinnen machten die Ermittler ausfindig, 23 von ihnen blieben HIV-negativ.

Ausführlich hatten Frauen im Prozess, der am 2. März im Gefängnis Rebibbia in Rom begonnen hatte, von ihrer Bekanntschaft mit dem Angeklagten erzählt.

Die Opfer zeichneten vor allem das Bild eines notorischen Lügners, der bis zu sechs Beziehungen gleichzeitig führte. Talluto fischte in Online-Partnerbörsen unter dem Pseudonym "Hearty Style".

Der Angeklagte nahm das Urteil regungslos hin, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Frauen, die ihn baten, ein Kondom zu benutzen, habe er erzählt, er habe eine Gummiallergie oder er habe gerade einen negativen HIV-Test hinter sich. Von den Frauen zur Rede gestellt, nachdem sie zufällig von ihren Infektionen erfahren hatten, habe er alles abgestritten. Die Frau sagte vor Gericht aus, Talluto habe ihr bei ihrem ersten Treffen im Jahr 2014 sofort von seiner HI-Infektion erzählt.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann als uneinsichtig charakterisiert. Staatsanwältin Elena Neri wird in der "La Repubblica" zitiert: "Seine Handlungen hatten das Ziel, Tod zu säen". Der Angeklagte habe Menschen bewusst verletzt und eine "Epidemie" ausgelöst.

Die Verteidigung hatte darauf bestanden, dass der Angeklagte nicht vorsätzlich gehandelt habe. Unter Tränen versuchte er, den Vorwurf des Vorsatzes zu entkräften. Wäre es ihm nur darum gegangen, so viele Menschen wie möglich zu infizieren, wäre er stattdessen in Bordelle gegangen und hätte die Frauen nicht in sein soziales Umfeld aufgenommen, argumentierte er.

Eines der Opfer hielt trotz der Vorwürfe im Prozess weiter zu dem Angeklagten.

Eine junge Frau sagte laut Zeitung sogar vor Gericht für ihn aus. "Wir wollten heiraten. Ich liebe Valentino immer noch, er ist nicht das Monster, als das jeder ihn beschreibt".

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