Trump versprach Vater von totem Soldaten 25.000 Dollar

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Dabei kannte er noch nicht einmal den Namen des im Niger getöteten Soldaten. Kurz bevor die Frau den Sarg mit den sterblichen Überresten ihres Ehemanns in Empfang nahm, soll der US-Präsident zur Witwe von Lance Sergeant David Johnson gesagt haben: "Er wusste, worauf er sich einließ". Trotzdem, so Trump, tue es "weh".

Trump wies die Vorwürfe zurück. Die demokratische Abgeordnete Frederica Wilson habe seine angeblichen Worte "komplett erfunden", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er könne dies auch beweisen, präsentierte diesen angeblichen Beweis aber nicht. Diese angekündogten Beweise blieb er aber bis jetzt schuldig.

Der Präsident hatte mit seinen Äußerungen auf die Frage eines Journalisten reagiert, warum er sich noch nicht öffentlich zu den vier in Niger getöteten US-Soldaten geäußert habe. Die Abgeordnete befand sich nach eigenen Angaben mit der Witwe im Wagen und hörte einen Teil des Telefonats mit. Die Worte des Präsidenten seien "schrecklich" und "unsensibel" gewesen, sagte die Abgeordnete der oppositionellen Demokraten dem Sender MSNBC. Sie habe geweint und sei nach dem Gespräch "zusammengebrochen". Die Formulierung, der Mann habe um das Risiko gewusst, habe Trump mehrmals wiederholt.

Bei der Witwe handelt es sich um eine 24-jährige Mutter von zwei Kindern, die im sechsten Monat schwanger ist.

David Johnson (25) war Anfang des Monats bei einem Anti-Terror-Einsatz im Niger in einen Hinterhalt geraten.

Trump steht in den USA seit Tagen in scharfer Kritik, weil er bei einer Pressekonferenz nebenbei seinen Amtsvorgängern vorwarf, sich nie oder nur sehr selten bei Hinterbliebenen von Gefallenen gemeldet zu haben. Er reagierte daraufhin zu Wochenbeginn mit der Ankündigung, dass er die Hinterbliebenen anrufen werde. Mitarbeiter von Barack Obama und früherer Präsidenten sowie zahlreiche Medien widerlegten das sofort.

Ex-Justizminister Eric Holder forderte Trump auf, "mit den verdammten Lügen aufzuhören". Er behauptete auch, es habe "viele" Präsidenten vor ihm gegeben, die nie solche Kondolenzanrufe gemacht hätten.

Kelly, ein pensionierter General der Marineinfanterie, hatte seinen Sohn im Jahr 2010 in Afghanistan verloren. Kelly selber hat es stets strikt vermieden, den Tod seines Sohnes politisch zu instrumentalisieren.

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