Risiko für Kaiserschnitt ist vererbbar

Einstellen Kommentar Drucken

Frauen, die wegen eines Schädel-Becken-Missverhältnisses durch einen Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind, bringen ihre eigenen Kinder eher durch einen solchen Eingriff zur Welt als Frauen, die natürlich geboren wurden. Das geht aus einer Studie von Evolutionsbiologen hervor.

Warum hat die Evolution nicht zu einem größeren Geburtskanal und damit zu sichereren Geburten geführt?

Die Rate an diesen Geburtsproblemen wurde durch natürliche Selektion deshalb nicht verringert, weil für Frauen ein schmales Becken von Vorteil ist: einerseits für die Fortbewegung, andererseits, weil es bei sehr breiten Becken bei der Geburt zum Gebärmuttervorfall und anderen Problemen kommen kann. Gleichzeitig erhöhten sich aber die Überlebenschancen eines Babys, je größer es bei der Geburt ist. "Für unsere Fitnesskurve heißt das: Je schmäler das Becken und größer das Kind, umso besser - aber eben nur bis zu dem Punkt, an dem das Kind nicht mehr durchpasst: Dann wird es abrupt fatal", so Mitteröcker. Aufgrund dieses Fitness-Dilemmas kann die Selektion das Auftreten von tödlichen "Becken-Kopf-Missverhältnissen" nicht eliminieren, so die Forscher.

Frauen, die selbst wegen einem Schädel-Becken-Missverhältnis durch einen Kaiserschnitt auf die Welt kamen, entwickeln mehr als doppelt so häufig ein solches Missverhältnis bei der Geburt ihrer Kinder als Frauen, die natürlich geboren wurden. Dadurch wurden körperliche Eigenheiten wie ein zu schmales Becken nicht an die nächste Generation weitergegeben.

Comments