Getötete Journalistin auf Malta: Viele offene Fragen

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Die Journalistin habe ihn seit seiner Zeit als Oppositionsführer "angegriffen". In einem Land wie Malta sei es "undenkbar, dass jemand wegen seines Jobs sterben muss". DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall fordert von den Ermittlungsbehörden eine schnelle und umfassende Aufklärung: "Dazu gehört neben der Suche nach den Tätern auch die Antwort auf die Frage, warum unsere Kollegin nicht hinreichend geschützt wurde, obwohl sie der Polizei von Morddrohungen berichtet hatte". Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte in Berlin, es sei eine Voraussetzung für das Funktionieren von Rechtsstaat und Demokratie, dass Journalisten ohne Bedrohung für Leib und Leben ihrer Arbeit nachgehen könnten. Deshalb sei es auch eminent wichtig, das Verbrechen rasch und vollständig aufzuklären. Galizia recherchierte zu Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Oppositionsführer Adrian Delia von der konservativ-christlichen Partei Partit Nazzjonalista forderte den Sozialdemokraten Muscat zum Rücktritt wegen fehlender Schutzmaßnahmen für die getötete Journalistin auf. Sie hatte Mitarbeitern des sozialdemokratischen Regierungschefs Joseph Muscat unter anderem vorgeworfen, Offshore-Firmen in Panama zu haben. Muscat wies diesen Vorwurf im maltesischen Fernsehen zurück und sagte, er könne niemandem Polizeischutz geben, der dies nicht wolle.

Daphne Caruana Galizia wurde am gestrigen Montag Opfer einer in ihrem Auto versteckten Bombe. Er und seine Frau sollen sich am lukrativen Verkauf maltesischer Pä. Zunächst gehe es darum zu klären, wo der Sprengstoff angebracht worden war.

Nach dem tödlichen Anschlag auf die Journalistin Galizia haben die Christdemokraten im Europaparlament eine unabhängige internationale Untersuchung gefordert. "Wir verlangen Gerechtigkeit", schrieb EVP-Chef Manfred Weber (CSU) am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter. Das Thema soll in der kommenden Woche im EU-Parlamentsplenum auf die Tagesordnung kommen.

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