Spanien liefert Akhanli nicht an Türkei aus - Rückkehr nach Köln

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Der Autor war wegen eines Interpol-Fahndungsaufrufs der Türkei in Spanien festgesetzt worden. Der Ministerrat in Madrid habe entsprechend eines Vorschlags von Justizminister Rafael Catalá entschieden, das Auslieferungsverfahren an die Türkei nicht fortzusetzen, heißt es in einer Erklärung.

Spanien liefert den deutschtürkischen Schriftsteller aus Köln nicht an die Türkei aus. Das teilte das spanische Justizministerium am Freitag in Madrid mit. Akhanli war zwar kurz nach seiner Festnahme in Spanien wieder freigekommen, durfte bis zu einer endgültigen Entscheidung der Justiz das Land aber nicht verlassen. Sein Pass wurde eingezogen. Er werde am kommenden Mittwoch in Köln eintreffen, so Akhanli weiter. "Ich bin natürlich erleichtert".

Akhanli wurde verhaftet, da die Türkei bei der internationalen Polizeibehörde Interpol einen "Dringlichkeitsvermerk" (Red Notice) gegen ihn hinterlegt hatte. Die Türkei wirf ihm Beteiligung an einem Raubmord vor. "Ich habe aber auch nichts anderes erwartet", sagte der 60-jährige Akhanli, der seit 2001 deutscher Staatsbürger ist. Der Schriftsteller steht der Regierung in Ankara kritisch gegenüber und floh 1991 nach Deutschland.

Akhanlıs Anwalt Ilias Uyar schrieb auf Facebook, die Entscheidung sei zwar zu begrüßen, doch sie komme "viel zu spät, um sie als selbstbewussten Widerspruch gegen die Anmaßung der türkischen Regierung zu bewerten". Damit Akhanli ausreisen könne, müsse jetzt das zuständige Gericht in Spanien die bisherigen Auflagen noch aufheben, sagte Gabriel der Deutschen Presse-Agentur. "Ich hoffe, dass dies nun schnell und unkompliziert passiert, so dass Herr Akhanli nach Deutschland zurückkehren kann".

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