Irakische Armee startet Militäreinsatz gegen Kurden

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Die irakische Armee hat am Freitag einen Militäreinsatz gegen die Kurden in der Provinz Kirkuk im Nordirak gestartet.

Ein irakischer General sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei das Ziel, Militärstellungen zurückzuerobern, die vor drei Jahren an die kurdischen Peschmerga-Streitkräfte verloren wurden.

Die kurdische Autonomiebehörde hat den Angriff erwartet und ihre Kämpfer in der Provinz Kirkuk in Gefechtsbereitschaft versetzt. Die Armee hatte sich 2014 angesichts des Vormarsches der Terrormiliz IS aus der Provinz zurückgezogen.

Die irakischen Kurden hatten sich in der Volksabstimmung vom 25. September mit fast 93 Prozent für die Loslösung ihrer Region vom Irak ausgesprochen. Sowohl die Kurden als auch die Zentralregierung in Bagdad erheben Besitzansprüche für die ölreiche Provinz Kirkuk. International wird das Votum nicht anerkannt. Tausende schwer bewaffnete Kämpfer seien "zur Verteidigung um jeden Preis" bereit, erklärte ein Berater von Kurdenpräsident Massud Barsani. Der Angriff ist auch eine Antwort auf das Unabhängigkeitsvotum der Kurden. Laut Informationen der ARD dementierte die irakische Zentralregierung, dass es einen Militäreinsatz gebe. Die Kurden riefen Bagdad dazu auf, "die Aggression zu stoppen".

Bereits am Vortag hatten kurdische Sicherheitskräfte in Erwartung einer bevorstehenden Offensive der irakischen Armee und ihrer Milizen stundenlang eine wichtige Überlandstraße blockiert.

Mit dem Angriff brach der Irak das Versprechen von Ministerpräsident Haider al-Abadi, der erst gestern gesagt hatte: "Wir werden unsere Armee nicht für einen Krieg gegen unsere kurdischen Mitbürger einsetzen".

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