Deutschland: Bildungsniveau an Grundschulen bundesweit gesunken

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Allerdings sind auch Länder abgerutscht, die bei der vorherigen Studie von 2012 vorne standen.

Habe Schleswig-Holstein bei der Vergleichsstudie 2011 noch im beziehungsweise unter dem Durchschnitt gelegen, lägen die Kompetenzen jetzt teilweise über dem Durchschnitt. Im Ländervergleich wich Baden-Württemberg am stärksten vom Wert aus 2011 ab.

Nur die Viertklässler aus Bremen schnitten noch schlechter ab als die Schüler aus Berlin. In beiden Bereichen führend sind Bayern und Sachsen. An dem Bundesländer-Grundschulleistungsvergleich nahmen aus Sachsen 86 per Zufallsverfahren ausgewählte öffentliche Schulen sowie drei freie Schulen teil. Die Tests fanden zwischen Mai und Juli 2016 statt.

Werden Standards in Deutsch und Mathematik erreicht?

Ziel der Ländervergleichsstudien ist es festzustellen, inwieweit Schülerinnen und Schüler in Deutschland die für alle Länder verbindlichen Bildungsstandards erreicht haben und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. In Deutsch ging es ums Lesen, Zuhören und Rechtschreibung. Für das Fach Mathematik wurden die Kompetenzen in den Bereichen "Zahlen und Operationen", "Raum und Form", "Muster und Strukturen", "Größen und Messen" sowie "Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit" abgeprüft.

Gegenüber dem Vergleichsjahr 2011 kann der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Regelstandards im Fach Mathematik erreichen oder übertreffen, für Deutschland insgesamt nicht gehalten werden.

Immerhin gehört Berlin in diesem Jahr zur kleinen Gruppe der Länder, die sich leicht verbessert und nicht verschlechtert haben. Der Bildungserfolg ist der Studie zufolge weiterhin an die soziale Herkunft gekoppelt.

In zwei Bundesländern haben sich diese Unterschiede seit 2011 noch verstärkt: in Baden-Württemberg im Bereich Lesen und in Sachsen im Bereich Zuhören.

Laut einer neuen Bildungsstudie ist deutschlandweit das Bildungsniveau an Grundschulen massiv gesunken. Insgesamt sei die Zusammensetzung der Schülerschaft in der Grundschule aber recht heterogen, die Selektion setzt also erst später ein.

Die Zahl der Viertklässler, die einen Migrationshintergrund hat, hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre um neun Prozent erhöht und lag zum Zeitpunkt der Erhebung 2016 bei etwa 34 Prozent. So seien weit mehr nach Deutschland geflüchtete Kinder in den Schulen, als vor wenigen Jahren. Der Hamburger Schulsenator Rabe sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Lehrermangel sei ein Zukunftsthema, dessen Brisanz sich immer schärfer abzeichne. So verfehlte ein Fünftel der Berliner Schüler die Mindeststandards beim Lesen.

In Mathematik stürzte das Landesergebnis regelrecht ab: Nur 62 Prozent erreichten den Mindeststandard oder übertrafen ihn. Im Zuhören erzielten dagegen über 68 Prozent der Schüler den Regelstandard. Am deutlichsten verschlechtert - um knapp zehn Prozentpunkte - hat sich Baden-Württemberg, gefolgt von Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zum anderen besuchen im Zuge der Umsetzung der Inklusion mehr Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine allgemeine Schule.

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