"Beispiellose Krise": Samsung-Chef kündigt Rücktritt an

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Trotz der guten Zahlen hat der Leiter des Halbleitergeschäfts bei Samsung, Kwon Oh Hyun, seinen Rückzug angekündigt. Samsung sei in einer "beispiellosen Krise".

Mit einem "neuen Geist und einer neuen Führung" sei der Konzern besser für die kommenden Herausforderungen in der "sich schnell wandelnden IT-Branche" gerüstet, begründete Kwon seine Rücktrittsabsicht. Das Verfahren gegen Lee steht in Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um Südkoreas frühere Präsidentin Park Geun Hye. So stellte der weltgrößte Smartphone-Hersteller ins der Nacht für den Bilanzzeitraum von Anfang Juli bis Ende September bei Umsätzen von 61 Billionen Won (55 Milliarden Dollar) einen operativen Gewinn von 14,5 Billionen Won (12,8 Milliarden Dollar) in Aussicht. Samsung ist auch bei Smartphones und Fernsehern führend. Üblicherweise legt der Apple-Rivale genaue Geschäftszahlen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Man sehe sich innerhalb und außerhalb des Unternehmens einer Krise von bisher nicht dagewesenem Ausmaß gegenüber, schrieb Kwon in einem Brief an die Belegschaft. Neben robusten Verkaufszahlen profitieren die Chiphersteller auch von den steigenden Preisen. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Er kündigte seinen Rückzug für März 2018 an.

Zugleich prognostizierte Samsung einen Rekord-Quartalsgewinn von umgerechnet 10,8 Milliarden Euro, der vor allem auf das boomende Geschäft mit Halbleitern zurückgehen dürfte. Bei Samsung gibt es eine aus europäischer Sicht verwirrende Vielfalt von Titeln.

Im August war der Erbe des Samsung-Imperiums und De-facto-Chef, Lee Jae-yong, wegen Bestechung, Unterschlagung von Gesellschaftsvermögen und Meineids zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Derzeit läuft sein Berufungsprozess.

Die Ermittler beschuldigten Samsung, hohe Summen an Unternehmen und Stiftungen der umstrittenen Park-Freundin Choi Soon Sil und ihrer Verwandten gezahlt und ihm Gegenzug politische Unterstützung für die Fusion zweier Konzerntöchter erhalten zu haben, um die Stellung der Gründerfamilie zu stärken.

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