Welthungerhilfe-Präsidentin sieht Erfolge gefährdet

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Die Welthungerhilfe sieht Erfolge bei der Bekämpfung des Hungers durch Kriege und Folgen des Klimawandels gefährdet. Sie sei auf 815 Millionen Menschen gestiegen.

Zu diesem Schluss kommt die Welthungerhilfe, die in Berlin den diesjährigen Welthunger-Index vorgestellt hat. Dem Bericht zufolge sind "bewaffnete Konflikte weiterhin die größten Hungertreiber". In den Regionen Südasien und Afrika südlich der Sahara leiden am meisten Menschen unter Hunger. In Ländern wie dem Südsudan, Nigeria, Somalia und dem Jemen drohten derzeit sogar neue Hungersnöte.

"Den Hunger zu beenden, ist keine Hexerei", betonte Grebmer: "Gute Regierungsführung und keine Konflikte sind die wesentlichen Faktoren, die Länder aus dem Hunger zu führen". Die Werte zur Hungersituation sind weltweit seit dem Jahr 2000 um gut ein Viertel gefallen. Dafür müssten weltweit soziale Grundsicherungssysteme sowie Wirtschafts- und Steuersysteme eingeführt werden, die Ungleichheit abbauen.

Der Welthunger-Index 2017 zeigt, dass sich in 14 Ländern die Werte im Vergleich zum Jahr 2000 um mindestens 50 Prozent verbessert haben. Mehr als die Hälfte aller Hungernden leben in Ländern mit kriegerischen Auseinandersetzungen. In weiteren sieben Ländern wird die Lage als sehr ernst bewertet: betroffen sind demnach Menschen im Tschad, Liberia, Madagaskar, Sierra Leone, Sambia, im Sudan und Jemen. Als gravierend wird die Hungersituation in der Zentralafrikanischen Republik eingestuft. Seit 17 Jahren seien in dem Land keine Fortschritte erzielt worden.

Informationen internationaler Organisationen ließen zudem vermuten, dass neun weitere Länder, die wegen fehlender Daten nicht in dem Index berücksichtigt sind, Anlass zu ernster Sorge geben, hieß es. Insgesamt wurde dafür die Ernährungssituation in 119 Staaten untersucht. Westeuropa, die USA, Kanada, Australien und Neuseeland sind als reiche Länder nicht in den Index miteinbezogen worden.

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