Belohnungssystem reagierte stärker - Darum sind Frauen großzügiger als Männer

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Warum das so ist, haben Forscher nun herausgefunden. Frauen haben hier einen Startvorteil - und bei Männern dauert es, bis die Verschaltungen in ihrem Gehirn ein emotionaleres und großzügigeres Verhalten zulassen. Was wie ein veraltetes Geschlechter-Klischee klingt, dafür gibt es offenbar eine Erklärung: Das Gehirn von Frauen fördert demnach Großzügigkeit, jenes von Männern ist hingegen eher für egoistisches Verhalten ausgelegt. "Dieser Befund zeigt, dass das Belohnungssystem von Frauen und Männern auch pharmakologisch unterschiedlich auf Grosszügigkeit reagiert", sagte Soutschek.

Er ist der unbeirrbare Ego-Shooter und hat nur seinen Vorteil im Blick; sie gibt gerne und hat immer ein offenes Ohr für andere - so ungefähr muss man sich die Vorurteile über das Sozialverhalten von Männern und Frauen vorstellen. So verteilen Frauen in experimentellen Spielen etwa Geldbeträge deutlich großzügiger als männliche Teilnehmer.

Die Ergebnisse der Studie wurden nun im Fachblatt "Nature Human Behaviour" veröffentlicht. Insbesondere fokussierten sie sich dabei auf das sogenannte Stratium.

Männer sind egoistischer als Frauen.

Laut den Forschern zeigte sich, dass bei Frauen das Striatum stärker aktiviert wurde, wenn sie sich prosozial verhielten, als wenn sie egoistische Entscheidungen trafen. "Das Belohnungssystem von Frauen reagiert stärker auf großzügige Entscheidungen als jenes von Männern", sagt Soutschek. Das scheint zu erklären, warum Frauen lieber teilen und Männer tendenziell lieber alles für sich behalten. Durch die Gabe von Medikamenten unterdrückten sie bei den Probanden die Ausschüttung des wichtigsten "Glückshormons" Dopamin, das Gefühle wie Zufriedenheit und Wohlbefinden auslöst.

Das überraschende Ergebnis: Unter Medikamenteneinfluss verhielten sich im Gegensatz zum ersten Experiment plötzlich die Frauen egoistischer und die Männer prosozialer. In der Folge verhielten sich die Frauen im Vergleich zu vorher erkennbar egoistischer, die Männer wurden sozialer. Die Ursachen dafür sind aber weiter unklar.

Auch wenn sich diese geschlechtsspezifischen Unterschiede auf der biologischen Ebene äußern, warnt Soutschek vor der Folgerung, dass sie angeboren oder evolutionär bedingt sind. Sie könnten auch durch Kultur und Erziehung bedingt sein, glaubt der Wissenschaftler. Laut dem Neuroökonomen arbeiten die Belohnungs- und Lernsysteme im Gehirn eng zusammen. Zudem belegen empirische Studien, dass soziales Verhalten bei Mädchen eher mit Lob belohnt wird als bei Buben: "Sie lernen, eher eine Belohnung für prosoziales als für egoistisches Verhalten zu erwarten", so Soutschek.

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