Interesse an Briefwahl im Land Bremen wächst

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Hannover. Es ist bequem und nicht an feste Uhrzeiten gebunden: Die Briefwahl wird bei Wählern in Niedersachsen und Bremen immer beliebter. "Es ist eine immense Materialschlacht". Der Trend zur Briefwahl lasse sich unter anderem mit den demografischen Veränderungen erklären, wird der Politikwissenschaftler Nils Bandelow vom Magazin "Focus" zitiert. Bis gestern Abend, sechs Tage vor dem Urnengang, hatten mehr als 360.000 Wahlberechtigte die Briefwahlunterlagen beantragt - knapp 30 Prozent. In der Landeshauptstadt haben bisher knapp 73 000 Wähler Unterlagen zur Briefwahl angefordert. Schon jetzt seien dies mehr Briefwähler als bei der Bundestagswahl 2013, sagte Stadtsprecher Dennis Dix.

Auch in Hildesheim wollen diesmal mehr Menschen ihre Stimme per Post abgeben.

Auch bei früheren Bundestagswahlen war die Quote der Briefwahlanträge in Hamburg mit 21,7 Prozent (2009) und 20,0 Prozent (2005) niedriger. Dennoch liegt der Briefwähleranteil an der Gesamtbeteiligung bei der Wahl deutlich oberhalb der Antragsquote, weil bei Weitem nicht alle Wahlberechtigten an der Wahl teilnehmen. Höchstwahrscheinlich wird der Anteil der Briefwähler so hoch sein wie nie zuvor, ein Rekord ist wahrscheinlich. Das ist im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 eine Steigerung von 45 Prozent bei den eingegangenen Briefwahlzetteln (2013: 6400), und von 35 Prozent bei den insgesamt ausgegebenen und damit beantragten Unterlagen (2013: 10.200). Das ist ein Anteil von 19 Prozent. Bei der Wahl 2015 beantragten 18,8 Prozent der Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen, 2011 waren es 16,5 Prozent und 2008 nur 17,4 Prozent - fast die Hälfte des aktuellen Prozentwerts. Vor vier Jahren lag die Beteiligung bei 70,3 Prozent. Allerdings wurden die Wahlbenachrichtigungen dieses Jahr eine Woche früher verschickt als 2013.

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