Polizei macht nach Anschlag in London "Jagd auf Verdächtige"

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Erneut hat ein mutmaßlicher Anschlag Schrecken in London ausgelöst: Bei einer Bombenexplosion in der U-Bahn wurden am Freitag mindestens 22 Menschen verletzt. Die Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts. Er sprach von "wirklich guten Fortschritten", ohne Einzelheiten zu nennen. Die britische Regierung rief die höchste Terrorwarnstufe aus. In ganz Großbritannien waren tausend zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz.

Die Polizei fahndete mit Hochdruck nach dem oder den Verantwortlichen. Außerdem hatte Trump nach dem Anschlag in London, bei dem Anfang Juni sieben Menschen getötet wurden, den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan mit dem Vorwurf verärgert, dass dieser die terroristische Bedrohung nicht ernst nehme. Das gab Premierministerin Theresa May am Freitagabend im BBC-Fernsehen bekannt. Eine Anti-Terror-Taskforce warnte, dass ein weiterer Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte. Ziel sei es gewesen, "schweren Schaden anzurichten". Die Polizei kündigte für das Wochenende verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für die Hauptstadt an. Zuvor hatten Medien von einer Explosion im U-Bahnhof Parsons Green im Westen Londons berichtet, die Polizei sprach zunächst von einem "Vorfall". Der Verkehr der Linie District Line zwischen den U-Bahn-Stationen Earls Court und Wimbledon wurde eingestellt, teilten die Behörden mit. Auch das Militär ist im Einsatz. Die Detonation ereignete sich gegen 8.20 Uhr, mitten im morgendlichen Berufsverkehr. Die meisten von ihnen erlitten Verbrennungen. Nach Angaben der Rettungskräfte schwebte keines der Opfer in Lebensgefahr. Medienberichten zufolge hatte der Sprengsatz einen Zeitzünder enthalten. Die Ermittlungen gehen mit großer Geschwindigkeit voran, heißt es von Scotland Yard.

Augenzeugen des Anschlags beschrieben chaotische Szenen: "Die Leute fielen übereinander", berichtete die Lehrerin Sally Faulding.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Großbritannien nach dem Anschlag ihre Unterstützung zu. "Wir bangen mit unseren britischen Partnern, mit den Familien und Angehörigen", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, in Berlin.

US-Präsident Donald Trump verurteilte den Anschlag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. "Das sind kranke und verrückte Leute", schrieb er über die Täter. "Mit Versager-Terroristen muss sehr viel härter verfahren werden". Insbesondere müsse verhindert werden, dass Attentäter das Internet zur Rekrutierung nutzten. 29 Menschen waren gestern verletzt worden, als eine Bombe explodierte. Dort riss ein Selbstmordattentäter nach einem Pop-Konzert der US-Sängerin Ariana Grande im Mai 22 Menschen mit in den Tod.

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