Nordkorea schießt erneut Rakete über Japan in den Pazifik

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US-Außenminister Rex Tillerson forderte China und Russland am Freitag auf, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. "Dieses ist keine Angelegenheit zwischen den USA und Nordkorea, es ist eine Angelegenheit für die ganze Welt". Nordkorea habe damit demonstriert, dass es die US-Pazifikinsel Guam erreichen könne, erklärten sie. Die Zielgenauigkeit des Geschosses sei aber noch schlecht.

Der Sicherheitsrat will noch am Freitag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Nach dem jüngsten nordkoreanischen Raketentest hat Machthaber Kim Jong Un die USA eindringlich davor gewarnt, einen Militäreinsatz gegen sein Land auch nur zu erwägen.

Die japanische Regierung, die den Raketentest ebenfalls bestätigte, warf Nordkorea eine Provokation vor. Auch China kritisierte Nordkoreas Vorgehen, plädierte zugleich aber für eine friedliche Lösung des Konflikts. Tillerson forderte die zwei Länder auf, "Unnachgiebigkeit" zu zeigen. Frankreich verurteilte den Raketentest ebenfalls, genauso wie Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Das Atomprogramm rechtfertigt Pjöngjang mit einer angeblichen Bedrohung von außen, die speziell von den USA ausgehe.

Die Rakete sei nach dem Start nahe der Hauptstadt Pjöngjang 3700 Kilometer weit geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee am Freitag mit.

Unterdessen teilte das US-Pazifikkommando mit, bei dem am Freitagmorgen abgefeuerten Geschoß habe es sich ersten Einschätzungen zufolge um eine ballistische Mittelstreckenrakete (IRBM) gehandelt. Zum anderen sei "die Reichweite dieses Raketentests von Bedeutung, weil Nordkorea zeigt, dass es mit dieser Rakete auch Guam erreichen kann, obwohl die Nutzlast nicht bekannt ist", schreibt David Wright von der Vereinigung besorgter Wissenschaftler in den USA. Eine Woche zuvor hatte in Nordkorea der Teststart einer ballistischen Rakete stattgefunden, die japanisches Territorium überflogen hatte. Die zu Wochenbeginn verabschiedeten neuen UN-Sanktionen seien "der Boden, nicht die Obergrenze dessen, was wir tun sollten". Nordkorea arbeitet an Langstreckenraketen, die einen Atomgefechtskopf bis in die USA tragen können. Nordkorea hatte zuletzt am 3. September eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Die Regierung in Seoul berief eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ein.

Die neue UN-Resolution sieht eine Deckelung von Öllieferungen an das Land und den Verbot von Textilexporten vor. Um ein Veto Russlands und Chinas zu vermeiden, hatten die USA ihre Sanktionsforderungen aber erheblich abgemildert.

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