Explosion in der U-Bahn in London

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London. Bei der Explosion einer selbstgebauten Bombe in einer Londoner U-Bahn wurden am Freitagmorgen 22 Menschen verletzt. Die Bombe in der Station Parsons Green im Südwesten Londons sei möglicherweise mit Hilfe eines Zeitzünders explodiert, hieß es bei Scotland Yard. Immer noch unklar ist auch, wie die Bombe in den Zug gelangte.

London - Die britische Polizei hat den Vorfall in der Londoner U-Bahn als "terroristisch" eingestuft. "Die Fahndung läuft", sagte Bürgermeister Khan dem Radiosender LBC. Ob bereits konkrete Personen im Visier der Behörden sind, dürfe er aber nicht sagen.

Regierungschefin May sagte nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in einer Fernsehansprache: "Der Sprengsatz sollte enorme Schäden anrichten".

Mitten in der Londoner Hauptverkehrszeit löste Freitag Vormittag eine Explosion in einem U-Bahnzug Panik unter den Fahrgästen aus.

Passagiere hätten nach der Explosion eines weißen Behälters in einem vollbesetzten Wagen der Londoner Tube Verbrennungen im Gesicht erlitten, schreiben mehrere Medien auf ihren Webseiten.

Die Metro-Haltestelle Parsons Green wurde gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Hunderte Beamte seien im Einsatz, um Videomaterial auszuwerten, Beweismittel sicherzustellen und mit Augenzeugen zu sprechen, versichert der Anti-Terror-Chef der Londoner Polizei Mark Rowley. Hier spricht der Verfassungsschutz von mehr als 10.000 Salafisten, die zudem nicht komplett dem militanten Milieu zugerechnet werden.

In sozialen Netzwerken kursieren Fotos eines brennenden weißen Eimers, der in einer Supermarkttüte steckt. Die Polizei hat die Echtheit noch nicht bestätigt.

Am Abend reklamiert die IS-Terrormiliz den Anschlag für sich.

Bildern zufolge, die über Twitter veröffentlicht wurden, ist ein weisser Plastikkübel in einer Lidl-Tragtasche explodiert. Die BBC-Korrespondentin Riz Lateef, die sich in der U-Bahn befand, berichtete ebenfalls von Panik, als die Leute aus der Bahn gerannt seien.

Die Polizei gab am frühen Nachmittag bekannt, dass eine am Tatort gefundene Bombe offenbar nicht vollständig detonierte. Das hat vermutlich dazu geführt, dass es keine Toten gab.

Grossbritannien war in diesem Jahr bereits vier Mal Ziel von Anschlägen mit insgesamt 36 Todesopfern, drei der Attacken waren islamistisch motiviert. Die Alarmbereitschaft liegt seit Monaten auf der zweithöchsten Stufe. Das berichtet "Sky News" unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Gestern wurde bekannt, dass die Verhaftung von Terrorverdächtigen allein in diesem Jahreinen Rekordstand erreichte. Sie muss auf alles gefasst sein.

Polizisten untersuchen den Ort des Anschlags. Mindestens 29 Menschen wurden verletzt, niemand davon schwer.

Was genau die Explosion ausgelöst hat, blieb noch im Dunklen.

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