Spionageverdacht: USA verbieten Kaspersky-Software in Behörden

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Die US-Regierung hat angeordnet, sämtliche Software der russischen Firma Kaspersky aus ihren Büros zu entfernen. Man sei besorgt, dass Kaspersky anfällig für eine Einflussnahme durch den Kreml sei.

Die Zentrale des IT-Sicherheitsspezialisten Kaspersky in Moskau.

Die US-Geheimdienste sehen es als erwiesen an, dass die russische Regierung Einfluss auf den US-Wahlkampf im vergangenen Jahr genommen hat. Faktisch ist dies ein weiterer Schritt im US-Wirtschaftskrieg gegen Russland. Der Einsatz von deren Anti-Virus-Software könne die nationale Sicherheit gefährden, begründete die Regierung von Präsident Donald Trump ihre Vorgabe am Mittwoch.

Kaspersky selbst reagierte düpiert auf die Entscheidung der US-Regierung: "Angesichts der Tatsache, dass Kaspersky Lab keine politischen Verbindungen zu Staaten unterhält, sind wir ziemlich enttäuscht von der Entscheidung des US-Heimatschutzministeriums", sagte ein Konzern-Sprecher in der Nacht zum Donnerstag der Agentur Interfax.

Washington wirft dem Unternehmen vor, mit den russischen Geheimdiensten zusammenzuarbeiten und angesichts des umfangreichen Zugriffs auf Dateien und Administrationsrechte ein Sicherheitsproblem darzustellen. Die US-Behörden hätten nun 60 Tage Zeit, um Pläne zu entwickeln, wie die Benutzung der Programme gestoppt werden könne, und 90 Tage, um diese umzusetzen. Man habe Kaspersky die Gelegenheit gegeben, zu den Bedenken Stellung zu nehmen. Kaspersky wies die Spionagevorwürfe bereits damals energisch zurück: "Das Unternehmen hat niemals und wird niemals irgendeiner Regierung auf der Welt dabei helfen, Cyberspionage zu betreiben".

Kaspersky ist auf Programme für die Cyber-Sicherheit spezialisiert. Es gebe keine Beweise für die Behauptungen. Zu seinen Kunden zählt das 1997 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 400 Millionen Privatpersonen und rund 270.000 Unternehmen. Auch in Deutschland wird die Software häufig genutzt.

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