Erneut Deutsche in Türkei festgenommen

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Im Gegensatz zur Türkei gibt es in der Bundesrepublik aber einen klaren Unterschied zwischen Reisehinweis und Reisewarnung. Schon wieder wurden am Sonntag in der Türkei deutsche Staatsbürger festgesetzt. Laut "Spiegel" ist der 45 Jahre alte Ehemann aus Stadtallendorf türkischstämmig und hat einen deutschen Pass.

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abbrechen zu wollen und dafür auf europäischer Ebene eine Mehrheit finden zu wollen.

Offizielle Informationen der türkischen Behörden liegen laut Auswärtigem Amt bislang zwar nicht vor. Es sei aber davon auszugehen, dass einer der beiden immer noch von der Polizei festgehalten werde. Gegen die zweite Person sei eine Ausreisesperre verhängt worden, führte Schäfer weiter aus. Zu den konkreten Vorwürfen, die gegen das Ehepaar erhoben werden, äußerte sich Schäfer nicht.

Berlin/STADTALLENDORF Wer in die Türkei reist, soll sich das sorgfältig überlegen, rät das Auswärtige Amt. Dies trifft etwa auf Länder wie Libyen, den Jemen oder Syrien zu.

Ministeriumssprecher Martin Schäfer warnte erneut vor Reisen in die Türkei.

Wegen der Spannungen mit der Türkei hat Deutschland nun fast alle Rüstungsexporte an die Türkei auf Eis gelegt, sagte Gabriel dem Handelsblatt. Er hatte auch versichert, unbescholtenen Deutschen drohe keine Gefahr. "Das ist die traurige Realität, der wir gegenüberstehen". Der "Albtraum" setze sich fort.

Anfang September war ein Ehepaar aus Rheinland-Pfalz mit türkischen Wurzeln, aber ausschließlich deutscher Staatsbürgerschaft, im türkischen Touristenort Antalya in Gewahrsam genommen worden. Beide befinden sich inzwischen unter Auflagen auf freiem Fuß. Den beiden wurden Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen, die von der türkischen Regierung für den gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich gemacht wird.

Dagegen hatte die türkische Regierung am vergangenen Wochenende eine "Reisewarnung" für Deutschland erlassen und die Krise mit Berlin damit weiter angeheizt. Die Türkei fordert ihrerseits die Auslieferung von Terrorverdächtigen aus Deutschland. Der prominenteste ist der Journalist und Korrespondent der "Welt", Deniz Yücel. Grund sind unter anderem die Inhaftierungen deutscher Staatsbürger aus politischen Gründen. Deutsche Politiker hatten die Warnung mit großem Unverständnis aufgenommen.

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