Deutschland führt bei technischer Ausbildung

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In anderen Bereichen diagnostiziert die Studie hingegen Stagnation in Deutschland. Nur Sozial- und Geisteswissenschaftler fallen mit einer Beschäftigungsrate von 84 Prozent etwas ab.

Am heutigen Dienstag hat die OECD ihren Bericht "Bildung auf einen Blick 2017" vorgestellt, so die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in einer aktuellen Pressemitteilung. Junge Erwachsene im Alter von 25 bis 34 Jahren mit einem Abschluss im mittleren Qualifikationsbereich haben in Deutschland die niedrigste Erwerbslosenquote im internationalen Vergleich.

Allerdings sind Frauen in den meisten MINT-Fächern "unterrepräsentiert". So hatten 2016 46 Prozent der Deutschen zwischen 25 und 64 Jahren eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur. Im OECD-Durchschnitt waren es 27 Prozent. Das liegt vor allem an der dualen Ausbildung, also der Kombination aus Lehre im Betrieb und Schulunterricht. Sie liegt damit fast gleichauf mit der Beschäftigungsquote der Hochschulabsolventen von 87 Prozent. Die Schweiz jedoch sticht heraus: Drei Prozent der Eidgenossen sind promoviert.

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die sogenannten MINT-Fächer, finden bei Studenten in Deutschland mehr Zuspruch als in anderen Ländern. Allerdings sind nur 28 Prozent der Studienanfänger in diesem Bereich weiblich. Sie liegt mit 4,2 Prozent weit unter dem OECD-Durchschnitt von 9,1 Prozent sowie dem EU-Durchschnitt von 10,3 Prozent. In Österreich geht die Schere noch weiter auf: Hier liegt der Nettoertrag von Frauen mit 80.500 Dollar nur bei 40 Prozent von jenem der Männer (200.100 Dollar).

Und sie attestiert Deutschland, einem der wohlhabendsten OECD-Länder, immerhin Fortschritte.

Bundesbildungsministerin Wanka: "Die berufliche Bildung schafft ebenso wie die akademische Bildung verlässlich individuelle Chancen und Lebensperspektiven".

Auch für den einzelnen zahlt sich das Investment in höhere Bildung jedenfalls aus: Für einen Mann, der einen Abschluss im Tertiärbereich erwirbt, entstehen im Vergleich zu einem mit Abschluss im Sekundarbereich 2 im OECD-Schnitt Gesamtkosten von 60.900 Dollar (Österreich: 91.700). Luxemburg hat mit 159.100 Dollar das kostspieligste System, Österreich folgt mit 110.100 Dollar gleich dahinter, noch vor der Schweiz (109.700 Dollar). Hier besitzt Deutschland eine Expertise, die weltweit nachgefragt ist. Damit hat sich dieser Wert im Generationenvergleich kaum verbessert.

Die im Jahr 2008 einsetzende globale Wirtschaftskrise hatte auch negative Auswirkungen auf die Ausgaben für Bildung: Auch wenn das BIP insgesamt zwischen 2008 und 2010 zurückging, stiegen die öffentlichen Ausgaben für Bildung zwischen 2008 und 2010 um 6 Prozentpunkte.

So interessierte sich etwa die Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, bei ihrem Berlinbesuch vor allem für die Organisation dieses Bildungsgangs. 2016 belief sich das Budget der OECD auf 370 Mio Euro.

Noch an einem anderen Punkt hat sich wenig getan: Der Anteil der Hochschulabsolventen, deren Eltern nicht über einen Hochschulabschluss verfügen, habe sich über die Generationen nicht erhöht - ganz anders als im OECD-Durchschnitt. Dies soll durch die Umsetzung von zehn Zielvorgaben erreicht werden, die laut Studie die "umfassendste und ehrgeizigste globale Bildungsagenda" darstellen, die je in Angriff genommen worden sei.

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