Türkei kauft russische Abwehrrakete S-400

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Moskau (nex) - Wie bereits vor Monaten angekündigt, hat die Türkei Russlands modernstes Raketenabwehrsystem vom Typ S-400 gekauft.

"Der Vertrag ist unterzeichnet, seine Umsetzung wird vorbereitet", so Kreml-Berater Wladimir Koschin gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Tass.

Dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zufolge sei bereits eine Anzahlung erfolgt. Erdogan wies Kritik am Deal zurück. Niemand habe das Recht, die Prinzipien der Unabhängigkeit der Türkei zu hinterfragen.

Die Türkei treffe Entscheidungen über die eigene Unabhängigkeit selbst. Es ist das bislang größte Rüstungsgeschäft des NATO-Landes mit Russland. "Die Interoperabilität unserer Streitkräfte ist grundlegend für die NATO, um unsere Einsätze und Missionen auszuführen", sagte ein NATO-Vertreter auf AFP-Anfrage.

"Die Türkei hat sich fest dazu entschlossen, die russischen S-400-Systeme zu erwerben". Allerdings liege die Entscheidung über den Kauf militärischer Ausrüstung "bei den Alliierten". Die Beziehungen zwischen Ankara und Washington sind derzeit angespannt, unter anderem wegen der US-Unterstützung für die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Syrien, welche die Türkei als Terrororganisation einstuft. Deutschland müsse Wünsche der Türkei nach "Rüstungslieferungen grundsätzlich wohlwollend prüfen und umsetzen", sagte Hardt.

Er reagierte damit auf Forderungen der Grünen, die Rüstungsexporte an die Türkei einzustellen. Nach Angaben von Bundesaußenminister Gabriel hat Deutschland fast alle Waffenexporte in das Land auf Eis gelegt. Ankara hat sich bei Moskau für den Vorfall entschuldigt und begrüßte zudem die russische Reaktion auf den gescheiterten Militärputsch in der Türkei im vergangenen Jahr.

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