Neue Sammelabschiebung nach Kabul - Pro Asyl kritisiert "Wahlkampfmanöver"

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Nach Angaben von Flüchtlingshelfern soll die Maschine mit mindestens zwölf Afghanen an Bord am frühen Dienstagabend vom Düsseldorfer Flughafen nach Kabul starten.

Wenige Stunden vor der offenbar geplanten Sammelabschiebung von Düsseldorf in die afghanische Hauptstadt Kabul hat die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl einen sofortigen Stopp der Aktion gefordert. Dies berichtet unter anderem "Welt online" unter Berufung auf den Flüchtlingsrat in Nordrhein-Westfalen (NRW).

Es wäre die erste Sammelabschiebung nach Afghanistan seit dem Anschlag vom 31. Mai in Kabul, bei dem die deutsche Botschaft schwer beschädigt worden war. Zwei weitere angemeldete Passagiere stammten aus Hessen und Hamburg. Das Landesministerium für Flüchtlinge und Integration gab allerdings kein Kommentar dazu ab, so "Welt online".

Hilfsorganisationen protestieren gegen die Abschiebungen, weil sie die Situation in Afghanistan als lebensgefährlich einschätzen. "Die Sicherheitslage dort lässt befürchten, dass die abgeschobenen Menschen einer enormen Gefahr ausgesetzt werden", sagte eine Sprecherin des Flüchtlingsrates.

Die afghanische Regierung hat zugesagt, Afghanen unkompliziert zurückzunehmen, die wegen eines abgelehnten Asylantrags ausgewiesen werden.

Bisher hat Deutschland in etwa einem halben Dutzend Sammelflügen mehr als 100 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben.

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