Junger Pfleger bringt Angela Merkel ins Schleudern: "Da haben Sie in Ihrer Amtszeit nicht viel getan"

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Berlin/Lübeck - Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl in Deutschland hat Bundeskanzlerin und CDU-Spitzenkandidatin Angela Merkel sich in der ARD-"Wahlarena" Fragen des Publikums gestellt und dabei um den Zusammenhalt im Land geworben - von Deutschen und Migranten, Alten und Jungen sowie Starken und Schwachen. Und das tat Erstwähler Jonas Fleckenstein aus Würzburg auch gleich an einer Stelle, die der CSU besonders weh tut. "Wo die CSU weiter geht als die CDU, dass ist die mittlerweile allseits bekannte Obergrenze für Flüchtlinge, die wir wollen, um jährlich die Zuwanderung zu begrenzen", sagte der CSU-Parteichef.

Abonnenten können alle "PNP Plus"-Berichte komplett lesen". Rund 150 Wähler hatten am Montagabend in der ARD-"Wahlarena" die Chance, der Bundeskanzlerin persönlich Fragen zu stellen.

Dem Sohn iranischer Eltern, der sich als voll integriert bezeichnete, aber seine Sorge vor Ausländerfeindlichkeit etwa der Alternative für Deutschland (AfD) sowie vor einem Rechtsruck äußerte, sprach sie Mut zu. "Lassen Sie sich ihren Schneid nicht abkaufen und halten Sie dagegen", entgegnet Merkel eher allgemein. Sie versicherte auch, rechtsextremes Verhalten in der Bundeswehr werde scharf geahndet.

Angesichts der massiven Spannungen im deutsch-türkischen Verhältnis wirbt Merkel für den Zusammenhalt mit türkischstämmigen Bürgern. "Vielleicht schaue ich mal vorbei", sagte die deutsche Bundeskanzlerin. Gleichzeitig müsse aber allen klar sein: "Wir wollen nicht, dass Ihr Eure Konflikte hier austragt". Deutschland dürfe aber die Hoffnung der Menschen nicht kaputtmachen, die in der Türkei gegen die jetzige Entwicklung seien. Was hältst du von Angela Merkels Antwort? Hier gehe es um den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und die herrschende Partei AKP.

Merkel bekräftigt zudem, dass die Union das gesetzliche Pensionsantrittsalter von 67 Jahren nicht erhöhen wolle, aber über die Säulen des Pensionssystems wie die private Altersversorgung und die betriebliche Altersversorgung gesprochen werden müsse. Was sie in Zukunft konkret tun möchte, sagt Merkel aber nicht. Das Berufsbild solle attraktiver gemacht werden, dafür müssten auch die Tarifpartner in ihren Verhandlungen sorgen.

Ein junger Mann, der eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger macht, kritisierte das CDU-Wahlprogramm. Die Würde der Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werde "tausendfach verletzt". "20 Patienten pro Pflegekraft, das kann nicht sein", so Jorde. Und sie gab ein Versprechen ab - mehr dazu im Video. "Ich hoffe, dass es in zwei Jahren besser ist".

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