Bundespolizei veranstaltet Razzien gegen Scheinehen - Schwerpunkt in Berlin

Einstellen Kommentar Drucken

Berlin.Seit sechs Uhr laufen die Razzien in mehreren deutschen und ausländischen Städten gegen eine international agierende Scheinehe-Bande.

Die meisten durchsuchten Adressen liegen im Berliner Stadtteil Neukölln, weitere in den Hauptstadtbezirken Spandau und Reinickendorf.

Insgesamt 400 Beamte sind europaweit im Einsatz. Ein Mann und vier Frauen seien verhaftet worden, teilte ein Sprecher der Bundespolizei mit.

Jeweils eine Durchsuchung gab es auch in Potsdam, Frankfurt am Main und Görlitz (Sachsen).

Dabei geht es um Männer aus Nigeria, die durch Scheinehen mit Frauen aus Portugal Aufenthaltserlaubnisse für die EU erhalten haben sollen.

Durch die gemeinsamen Razzien von Landes- und Bundespolizei sei es nun mutmaßlich gelungen, die Köpfe der Schleuserbande zu fassen. Dafür seien eine Reihe von Urkundenfälschungen begangen worden.

Nach Angaben des Bundespolizeisprechers sind der Staatsanwaltschaft Berlin, die seit November 2016 in den Fällen ermittele, mehr als 70 Fälle bekannt. Die nigerianischen Männer hätten für die Eheschließung rund 13.000 Euro an die Schleuserbande zahlen müssen. Aber auch Wohnungen in fast allen anderen Bezirken wurden durchsucht. Bundesweit waren die Polizisten in etwa 40 Objekten im Einsatz. Die arrangiert dafür Ehen mit portugiesischen Frauen. Für mehrere Tage wurden die Portugiesinnen dann nach Berlin geflogen.

Portugiesinnen sollen ihre Namen für Scheinehen mit Nigerianern hergegeben haben, damit diese eine EU-Aufenthaltskarte bekommen. Um nicht aufzufliegen, wurden laut Bundespolizei falsche Geschichten ausgedacht und bei den Behörden auf Nachfrage präsentiert.

Comments