Merkel bietet Initiative im Konflikt mit Nordkorea an

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Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel bietet die diplomatische Hilfe Deutschlands bei der Suche nach einer Lösung im Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm an. "Wenn unsere Beteiligung an Gesprächen gewünscht wird, werde ich sofort ja sagen", sagte sie in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Dabei verwies sie auf die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm.

Am Montag könnte der Kater folgen: Die USA wollen im UN-Sicherheitsrat verschärfte Sanktionen durchdrücken und haben ein entsprechendes Votum im wichtigsten Beschlussorgan der Vereinten Nationen beantragt. Sie wollen ein Ölembargo durchsetzen und dessen Textilexporte unterbinden. Die USA haben wiederholt Militäraktionen nicht ausgeschlossen, in der ganzen Region herrscht Kriegsgefahr, zumal Pjöngjang weitere Raketenstarts und Atomwaffentests angedeutet hat. "Europa und speziell Deutschland sollten bereit sein, dazu einen sehr aktiven Teil beizutragen", erklärte Merkel.

Zur Begründung sagte sie, Deutschland habe auch bei den jahrelangen Verhandlungen über das Atomprogramm Irans mitgewirkt: "Ein solches Format könnte ich mir auch für die Beilegung des Nordkorea-Konflikts vorstellen". Staatschef Kim Jong Un soll zudem mit einem Reiseverbot belegt werden. Merkel hat dem Bericht zufolge im Lauf der Woche schon mit den Präsidenten Frankreichs, der Vereinigten Staaten, Chinas und Südkoreas sowie dem japanischen Premierminister Shinzo Abe telefoniert.

Für Montagmorgen ist nach Informationen der Zeitung noch ein Telefonat Merkels mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgesehen.

Nachdem Moskaus Außenminister Sergej Lawrow den Termin als zu früh kritisiert hatte, versuchten US-Diplomaten am Wochenende bei einem Expertentreffen der 15 Sicherheitsratsmitglieder vor allem China und Russlands von den Strafmaßnahmen zu überzeugen. Nordkorea hatte die Tests von Interkontinentalraketen im Juli und den Atomtest am vergangenen Sonntag als Geschenke bezeichnet. Wasserstoff- oder H-Bomben sind um ein Vielfaches stärker als herkömmliche Atombomben.

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