"Irma" dominiert Rückversicherer-Treff

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Der über Florida hinweg rasende Hurrikan "Irma" könnte paradoxerweise zum Glücksfall für die Versicherungsbranche werden.

Wirbelsturm "Irma" wird die Versicherungsbranche empfindlich treffen. Dementsprechend groß sei nun die Erleichterung am Markt, ergänzte der Marktteilnehmer, auch wenn noch nicht endgültig Entwarnung gegeben werden könne. Die Munich Re hatte sich bereits am Sonntag ähnlich geäußert. Zudem nähren die zuletzt schweren Wirbelstürme die Hoffnung auf eine Preiswende in der zuletzt so hart umkämpften Branche.

Dominiert wird das Treffen in Monte Carlo jedoch vom bangen Blick auf auf Hurrikan "Irma" über Florida. Die Experten rechnen mit versicherten Schäden von bis zu 65 Milliarden Dollar. Klassische Rückversicherer wie diese drei übernehmen Risiken von Erstversicherern wie der Allianz, Axa, Generali und Talanx, die damit einen Teil ihrer Geschäfte absichern. Allerdings hat auch das NFIP bei Rückversicherern Schadendeckungen eingekauft, die sich laut der Ratingagentur Standard & Poor's auf rund eine Milliarde US-Dollar belaufen. Dies habe man bereits nach den Erdbeben- und Tsunami-Katastrophen im Jahr 2011 beobachtet. Die Prognosespanne ist noch ziemlich groß, denn zum Zeitpunkt der Schätzung war "Irma" noch auf dem Weg Richtung USA. Der Hurrikan ist der schwerste jemals in der Region registrierte Tropensturm. Laut den Risikospezialisten von CoreLogic kosten "Harvey" und die folgenden Überschwemmungen die Versicherer 7,5 bis 11,5 Milliarden Dollar. Das wäre etwa so viel wie bei Wirbelsturm "Sandy" im Jahr 2012.

Um die sehr erheblichen Schadenbelastungen aus Naturkatastrophen zu mindern, seien Staat und private Versicherungswirtschaft aufgefordert, Lösungen zu finden: Der Staat durch ausreichende Schadenprävention und Vorgaben wie Baustandards und vorausschauende Stadtentwicklung, die Versicherungswirtschaft durch intelligente Deckungskonzepte und die Entwicklung neuer Produkte. Die vonseiten der Erstversicherer bisher rückversicherten Schadensummen seien voraussichtlich nach den Stürmen aufgezehrt. Ob hohe Schäden den seit Jahren grassierenden Preiskampf in der Branche auch insgesamt beenden werden, wagte er indes nicht vorauszusagen.

Beim "Rendez-vous de Septembre" in Monte Carlo an der Côte d'Azur treffen sich die Rückversicherer seit diesem Wochenende wie jedes Jahr mit Kunden und Maklern, um Preise und Konditionen für die Vertragserneuerung zum folgenden Jahreswechsel abzustecken. Die Erneuerung zum 1. Januar gilt in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung als die wichtigste eines jeden Jahres.

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