Malaria-Fall in Italien bleibt rätselhaft

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Brescia. Ein vierjähriges Mädchen ist in Italien an Malaria gestorben - obwohl es Malaria in Italien nicht gibt! Die Autopsie habe bestätigt, dass das Kind an Komplikationen gestorben sei, die durch die Malariaerkrankung ausgelöst wurden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Staatsanwaltschaft prüft auch Dokumente eines Krankenhauses in Portogruaro bei Venedig, wo das Mädchen Mitte August in Behandlung war, bevor es nach Trient überwiesen wurde. Dort wurden zu der Zeit zwei Mädchen aus Afrika mit Malaria behandelt, wie der Chef der Gesundheitsbehörde der Region sagte. Sie seien von demselben Erreger infiziert worden wie die Vierjährige. Wie sich das Kind in Italien mit der tropentypischen Krankheit infizieren konnte, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses der Stadt am Dienstag.

Untersucht wird nun, ob Hygienevorschriften in einem der Krankenhäuser nicht beachtet wurden. In ganz Europa gab es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens seit dem Jahr 2000 keine heimischen Malaria-Todesfälle mehr - also Fälle, bei denen sich die Betroffenen nicht im Ausland infiziert hatten.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sterben weltweit pro Jahr etwa 600.000 Menschen an Malaria. Eine Möglichkeit ist, dass es von einer eingeschleppten Überträgermücke gestochen wurde. Immer wieder werden zwar Infektionen von Reisenden eingeschleppt.

Malaria kommt überwiegend in Ländern Asiens und Südamerikas vor, die meisten Opfer fordert die Krankheit aber in Afrika. Die Patienten hatten sich jeweils im Ausland infiziert.

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