Hacker-Attacke auf Finanzdienstleister gefährdet Millionen Amerikaner

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Bei einem der bislang größten Hackerangriffe in den USA wurden persönliche Daten von bis zu 143 Millionen Kunden der US-Wirtschaftsauskunftei Equifax bloßgestellt. Wie Equifax mitteilte, erfolgten die Attacken zwischen Mitte Mai bis Juli dieses Jahres und nutzten dafür eine Sicherheitslücke.

Aufregung entfachte eine Mitteilung von Bloomberg, derzufolge drei Equifax-Manager nur wenige Tage nach dem Hack Teile ihrer Aktienpakete verkauft haben sollen. Besonders in den Fällen, bei denen neben Kreditkartennummern auch Identifikationsdaten erbeutet wurden, dürften die Hacker leichtes Spiel haben, diese für kriminelle Zwecke zu verwenden. Angesichts der Dimension des Datendiebstahls sei auch denkbar, dass der Angriff von innen heraus durchgeführt worden sei.

Der Aktienkurs von Equifax brach nachbörslich um fast neun Prozent ein. Ein Sprecher sagte dem "Wall Street Journal", sie hätten nur einen geringen Teil ihrer Anteile verkauft und zu dem Zeitpunkt nichts von dem Hackerangriff gewusst. Für sogenannten Insiderhandel, bei dem Aktiengeschäfte auf Basis öffentlich nicht zugänglicher interner Informationen getätigt werden, gibt es in den USA strenge Strafen. Equifax hat die Aufsichtsbehörden informiert und externe Spezialisten mit einer forensischen Prüfung beauftragt. Nach Angaben des Unternehmens sind außerdem einzelne Kunden aus Großbritannien und Kanada betroffen, hier sollen weitere Schritte mit den zuständigen Regulierungsbehörden abgesprochen werden. Es sei allerdings noch zu früh, um die Kosten zu beziffern.

Vorstandschef Richard Smith entschuldigte sich bei den betroffenen Kunden und sprach von einem Schlag, der auf das Herz des Unternehmens gezielt habe.

Es ist indes nicht das erste Mal, dass die Firma im Zusammenhang mit Cyberattacken auffällt. Equifax war bereits 2013 Ziel eines Cyber-Angriffs gewesen. Zu den Betroffenen zählten damals unter anderen Beyonce, Ashton Kutcher und Mel Gibson, aber auch die damalige First Lady Michelle Obama sowie Ex-Vize-Präsident Joe Biden.

"Eine der Lehren ist, dass Unternehmen jederzeit alles nötige für solche Bekanntmachungen vorhalten müssen", sagte Carl Leonhard von der IT-Sicherheitsfirma Forcepoint.

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