Impfkalender: Empfehlung zu Hepatitis und Tetanus geändert

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Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat ihre neuen Impfempfehlungen 2017/2018 herausgegeben. Ihre Impfempfehlungen werden jährlich aktualisiert, um aktuellen Entwicklungen und Erkenntnissen Rechnung zu tragen. Änderungen gibt es außerdem bei den Impfungen gegen Hepatitis A und B sowie Tetanus. Neu empfohlene Schutzimpfungen sind nicht hinzugekommen. Dieses Jahr wird der Kalender zwar nicht ausgeweitet, aber bei einigen wichtigen Impfungen wurden Empfehlungen angepasst (Epi Bull 2017; 34: 333). Im Zuge der jährlichen Aktualisierung der Impfempfehlungen werden jeweils die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen implementiert, was durchaus größere Veränderungen mit sich bringen kann.

Außerdem empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Hepatitis A und B nun auch ehrenamtlich Tätigen, für die ein Risiko besteht, das mit dem von beruflich tätigen Personen vergleichbar ist. Auch Auszubildende, Studierende und Praktikanten werden ausdrücklich genannt. Hiermit wird klargestellt, dass die Indikation zur Impfung anhand des Expositionsrisikos bei einer Tätigkeit zu beurteilen ist und nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt ist.

Bereits in der vergangenen Grippesaison hatten die Experten ihre Empfehlung, kleinere Kinder, die etwa unter chronischen Krankheiten leiden, bevorzugt mit dem über die Nase zu gebenden Lebendimpfstoff zu versorgen, vorläufig ausgesetzt.

Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren wird keine als Nasenspray verabreichte Grippeschutzimpfung mehr empfohlen. Die STIKO lehnt zur Zeit eine Empfehlung für diese Vakzine als Standardimpfung ab.

Eine Auffrischimpfung gegen Tetanus, den sogenannten Wundstarrkrampf, empfiehlt die Stiko bei geringfügigen, sauberen Wunden nur noch dann, wenn seit der letzten Impfung mehr als zehn Jahre vergangen sind. Dies steht auch im Einklang mit der Empfehlung einer routinemäßigen Auffrischung des Tetanus-Impfschutzes alle zehn Jahre. Allerdings sinkt die Wirksamkeit der Impfung mit dem Alter der Patienten.

Seit 2013 ist in Deutschland ein attenuierter Lebendimpfstoff zur Verhinderung eines Herpes zoster (HZ) beziehungsweise der durch HZ verursachten Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie) bei Personen ab 50 Jahren verfügbar.

Die Entscheidung basiert nach Angaben der Kommission auf der systematischen Bewertung der Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit des Impfstoffs. So nimmt die Wahrscheinlichkeit an HZ zu erkranken und die Schwere der Erkrankung mit dem Alter deutlich zu, hingegen nimmt die Wirksamkeit der Impfung mit dem Alter ab. Zudem sei die Schutzdauer nur für wenige Jahre belegt. Durch eine mathematische Modellierung der zu erwartenden epidemiologischen Effekte sei die Entscheidung bekräftigt worden. Derzeit werden unter der Federführung der Stiko detaillierte Anwendungshinweise für Impfungen bei Patienten mit Immundefizienz beziehungsweise Immunsuppression erarbeitet, die in vier gesonderten Publikationen im Bundesgesundheitsblatt bis Anfang 2018 erscheinen sollen.

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