Kritik an langer Sex-Zwangspause für Schwule vor Blutspende

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Gleichstellung mit heterosexuellen oder transgender Spendern gibt es aber auch weiterhin nicht. Faktisch dürfen also die meisten Schwulen weiterhin kein Blut spenden.

Damit gelten für schwule und bisexuelle Männer die gleichen Richtlinien für die Blutspende wie für Sexarbeiter.

Die Änderung ist in der "Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen" festgehalten und entstand unter der Federführung der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts.

Das entspricht dem aktuellen Standard in anderen europäischen Ländern, die ebenfalls die Blutspende für schwule und bisexuelle Männer geöffnet haben: In der Schweiz ist eine entsprechende Regelung seit einem Monat in Kraft. "Dort gilt ab 2018 eine Frist von nur noch drei Monaten", sagte Beck. Zuletzt machten die deutschen Bundesländer und Gesundheitsminister Hermann Gröhe von der CDU Druck.

Männer, die Sex mit Männern haben oder einmal hatten, durften bislang in Deutschland kein Blut spenden.

Nicht akzeptabel und völlig unverständlich ist zudem die gesonderte Nennung von "transsexuellen Personen mit sexuellem Risikoverhalten". Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) kritisiert die neue Richtlinie. Eine HIV-Infektion könne man sechs Wochen nach dem letzten Sex sicher ausschließen. Diese Frist wäre nachvollziehbar.

Nach einer neu formulierten Richtlinie der Bundesärztekammer dürfen schwule und bisexuelle Männer fortan zur Blutspende zugelassen, sofern sie ein Jahr keinen Sex hatten. Um Schwule weiterhin dauerhaft von der Blutspende auszuschließen zu können, hätten die Verfasser der Richtlinie alle Homosexuellen "zu einer einheitlichen Risikogruppe zusammengefasst". "Man tut einfach so, als ob sie dasselbe Übertragungsrisiko hätten wie promiske MSM, die unsafe mit anderen Männern verkehren", so der LSVD-Sprecher.

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