Studie: Bis 2100 droht massiver Anstieg der Extremwetter-Todesfälle in Europa

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Studie untersucht Folgen des Klimawandels.

Im Jahr 2100 seien 152.000 Todesopfer durch Katastrophen wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Unwetter zu befürchten, falls der Klimawandel ungebremst voranschreite, warnen Forscher der EU-Kommission in der Zeitschrift "The Lancet Planetary Health". Anschließend verbanden sie die Ergebnisse mit Modellberechnungen für Klimaänderungen und die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2100.

Wegen extremer Wetterbedingungen könnten in Europa einer Studie zufolge gegen Ende des Jahrhunderts 50 Mal mehr Menschen pro Jahr ums Leben kommen als heute. Bereits ab dem Jahr 2041 könne die Zahl der Toten auf 48.000 bis 180.000 jährlich ansteigen - bislang starben in den vergangenen 35 Jahren jeweils etwa 3000 Europäer pro Jahr bei Wetterkatastrophen.

Forzieri und Kollegen bezogen die sieben gefährlichsten Extremwetterereignisse ein: Überschwemmungen an Flüssen und an der Küste, Dürren, Waldbrände, Stürme sowie Kälte- und Hitzewellen. Die Wissenschaftler werteten 2300 Berichte über die Folgen solcher Katastrophen von 1981 bis 2010. Allerdings sind Hitzewellen mit Abstand am gefährlichsten. Für Südeuropa rechnen die Forscher deshalb auch mit den meisten Toten durch Extremwetter von 2071 bis 2100: Jährlich rund 700 pro einer Million Einwohner. In Zentraleuropa (Deutschland, Schweiz, Österreich, Tschechien) werde es 64 Prozent der Bevölkerung treffen, in Nordeuropa nur 36 Prozent.

Am Donnerstag hatten Wissenschaftler im Magazin "Science Advances" eine Studie veröffentlicht, nach der extreme Hitze und Luftfeuchtigkeit weite Landstriche Südasiens bis zur Jahrhundertwende unbewohnbar machen könnten.

Die Forscher gehen davon aus, dass sich der Ausstoß von Treibhausgasen über die Jahre nicht verringert. Gemäß den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens von 2015 soll die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter beschränkt werden. Nicht berücksichtigt wurden künftige Errungenschaften wie bessere medizinische Versorgung, Klimaanlagen oder Wärmedämmung an Häusern. Jae Young Lee und Ho Kim von der Seoul National University in Südkorea schreiben in dem Journal allerdings auch, dass die Wettereffekte überschätzt sein könnten, da der Mensch sich veränderten Klimabedingungen anpassen könne.

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