Flughafen-Ranking | Tegel ist Deutschlands unpünktlichster Airport

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Im Durchschnitt ist in der ersten Jahreshälfte knapp jeder fünfte Flieger in Deutschland zu spät abgehoben.

Während vom Flughafen Berlin-Tegel fast jeder vierte Flug unpünktlich startet, heben Fluggäste aus Hannover mit einer Verspätung von lediglich zehn Prozent sehr planmäßig ab.

26,89 Prozent der über 44.000 Flüge aus Berlin-Tegel hoben im ersten halben Jahr 2017 nicht nach Plan ab.

Gewinner in Sachen Pünktlichkeit ist der Flughafen Hannover-Langenhagen.

Auf Platz 1 liegt wieder Tegel, Rang 2 belegt Schönefeld. Die Pünktlichkeitsstudie werde maßgeblich durch die Probleme von Air Berlin in Zusammenhang mit dem Wechsel des Bodenverkehrsdienstleisters beeinflusst. Neben eigenen Schwierigkeiten belastete die Berliner, dass der neu für das Abfertigen der Flugzeuge beauftragte Dienstleister Aeroground Schwächen zeigte.

Eigentlich hat der Flughafen Berlin-Tegel das Ranking der Portals "AirHelp" gewonnen.

Am 24. September gehen die Berliner Bürger nicht nur zur Bundestagswahl an die Wahlurne, sondern tun in einem Volksentscheid ihre Meinung auch darüber kund, ob der unpünktlichste Flughafen Deutschlands nach einer Eröffnung des künftigen Flughafens Berlin Brandenburg (BER) weiter betrieben werden soll. Ursprünglich sollten alle Berliner Flughäfen durch den neuen Flughafen, der außerhalb der Stadt gebaut wird, ersetzt werden. Die Entscheidung ist für den Berliner Senat allerdings nicht bindend. Damit starten in der Gesamtbilanz 21,46 Prozent der Flüge in Frankfurt unplanmäßig. In Leipzig/Halle kam es nur zu 617 Verzögerungen oder Ausfällen. Der Flughafen kam im ersten Halbjahr dieses Jahres mit 4558 Flugbewegungen auf die wenigsten Starts und Landungen aller Flughäfen im Ranking. Ähnlich verhält es sich auch an den benachbarten Flughäfen Hamburg und Bremen, sowie Halle/Leipzig und Dresden.

Adrian Kreller, österreichischer Country Manager von AirHelp, kommentiert die Analyse: "Natürlich ist es auffällig, dass der größte Flughäfen des Landes besonders viel mit verspäteten und ausgefallenen Flügen zu kämpfen hatte". Dennoch: Deutsche Reisende hatten bereits im ersten Halbjahr des Jahres Anspruch auf über 150 Millionen Euro Entschädigungen. Unserer Erfahrung nach fordern jedoch nur etwa zwei Prozent aller Reisenden dieses Geld auch ein. Flugreisenden stehen bei Verspätungen oder Ausfällen nach den EU-Fluggastrechten bis zu 600 Euro Entschädigung zu, abhängig von der Verspätung, der Flugdistanz sowie der Ursache der Verspätung. Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin durchsetzen.

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