Berlin: Rekordwert an Menschen mit Migrationshintergrund

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Die Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln habe 2016 zum fünften Mal in Folge einen Höchststand erreicht, teilte das Statistische Bundesamt mit. Der hohe Anstieg ist vor allem auf die hohe Zuwanderung von Ausländerinnen und Ausländern einschließlich der Schutzsuchenden in den Jahren 2015 und 2016 zurückzuführen. Die überwiegende Mehrheit der ausländischen Bevölkerung ist zugewandert (85%), bei den Deutschen mit Migrationshintergrund ist es etwas mehr als die Hälfte (53%). Auch der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund aus einem afrikanischen Land sei in dem Zeitraum um 46 Prozent auf mittlerweile 740.000 gestiegen. Die meisten Deutschen mit Migrationshintergrund besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit seit ihrer Geburt (42%). Das Ausländerzentralregister geht dagegen davon aus, dass mehr als zehn Millionen Menschen ohne deutschen Pass in der Bundesrepublik wohnen. Die Türkei ist noch immer mit Abstand das größte Herkunftsland und Europa die wichtigste Region. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Anteil allerdings nur 6,3 Prozent und ist damit einer der geringsten im Vergleich aller Bundesländer.

In Deutschland leben so viele Menschen mit Migrationshintergrund wie noch nie. Inzwischen haben aber auch 2,3 Millionen Menschen in Deutschland Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten. Innerhalb der Personen mit Migrationshintergrund haben Zuwanderer überproportional häufig keine schulischen (10%) und beruflichen (33%) Bildungsabschlüsse, allerdings auch überdurchschnittlich oft das Abitur (39%) und akademische Abschlüsse (29%). Die Zahl fällt nach Einschätzung von Fachleuten unter anderem deshalb höher aus, weil sich viele Rückkehrer nicht abmelden, wenn sie Deutschland wieder verlassen.

"Die Zuwanderung ist kein einheitliches Phänomen", betont Jura-Professor Thym vom SVR. Dafür sei der Gesetzgeber gefragt, denn eine erhebliche Hürde sei die Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen.

Mehr Flexibilität sei auch im Ausbildungssystem notwendig. "Sie wollen arbeiten und erfolgreich sein", müssten jedoch zunächst langwierige Nachqualifikationen absolvieren. So sollten Schulen finanziell besser ausgestattet und die Lehrerausbildung angepasst werden. An zweiter Stelle steht Baden-Württemberg (fast 3,3 Millionen) gefolgt von Bayern (fast 3,0 Millionen).

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