Fußball-EM: Deutschland gegen Dänemark abgesagt

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"Ich habe diesen Posten ja nicht angenommen, um dann gleich beim ersten Rückschlag aufzugeben", erklärte Jones im Interview mit dem ARD-Hörfunk: "Ich bin wahnsinnig glücklich und froh, Bundestrainerin sein zu dürfen und möchte das auch weiterhin sein". "Wir hatten viele Unsicherheiten, Ballverluste".

Nach dem Olympiasieg 2016 hatte Jones die Nachfolge von Silvia Neid als Bundestrainerin angetreten. Vor vier Jahren in Schweden teilten sie sich hinter Europameister Deutschland und Vize-Europameister Norwegen mit Schweden den dritten Platz.

Das zweite Viertelfinalspiel in Rotterdam zwischen Dänemark und Deutschland hatte am Samstagabend wegen der Unbespielbarkeit des Platzes nach starken Regenfällen nicht angepfiffen werden können und musste auf Sonntag verschoben werden. Fußballexperten übten deutliche Kritik am Spiel der deutschen Mannschaft. Stattdessen breitete sich Verunsicherung in der Defensive aus, in der Jones zum Mittel der Blockbildung griff, um Stabilität zu erzeugen. Die Wolfsburgerin leitete durch einen dicken Patzer auch die größte Möglichkeit zum Ausgleich ein: Harder vom VfL Wolfsburg schoss wenige Zentimeter am deutschen Tor vorbei (6.). Die DFB-Elf erwischte einen Traumstart: Kerschowski konnte am linken Flügel ungehindert bis zum Strafraum durchgehen, zog einfach ab und Dänemarks Torhüterin Stina Lykke Petersen ließ den Ball durch die Finger zur deutschen Führung ins Tor gleiten.

Die deutschen Frauen ließen es in der Folge an Gelassenheit vermissen. Nach dem Spiel saß eine andere Steffi Jones vor den Kameras. "Bleibt ruhig!", schrie sie aufs Spielfeld. Der Titelverteidiger präsentierte sich in den Niederlanden spielerisch weit entfernt von früheren Glanztaten, agierte in allen Begegnungen vorne ideen- und harmlos sowie hinten unaufmerksam und fehlerhaft. In der 59. Minute hob die Linienrichterin bei einem dänischen Angriff die Fahne, Schiedsrichterin Katalin Kulcsar ließ aber weiterspielen.

Die passte dafür gleich nach Wiederbeginn, nach Larsen-Flanke köpfelte Nadim ein (49.). Das deutsche Team verlor nun endgültig die Kontrolle.

Während das deutsche Team in einem wirren Schlagabtausch seine Chancen nicht nutzte ("Davon muss einer rein"), setzten die Skandinavierinnen durch den Kopfball der sträflich vernachlässigten Theresa Nielsen (82.) den Todesstoß. "Es war für uns alle zu gefährlich", sagte Verteidigerin Babett Peter im ZDF. Halbfinal-Gegner der Däninnen ist EM-Neuling Österreich, das nach torlosen 120 Minuten Spanien im Elfmeterschießen 5:3 besiegte. Dauerregen hatte für denkwürdige Szenen im Sparta Stadion gesorgt: Die Trainerbänke standen unter Wasser und Jones half selbst in der Eimer-Kette mit, um ihren Arbeitsplatz trocken zu legen.

Jones: "Wir hatten uns viel vorgenommen mit der Überzeugung, dass wir die Qualität haben". "Der Siegeswille war nicht so groß wie der von Dänemark". Reinhard Grindel vermied jedenfalls ein Bekenntnis zur Trainerin. "Wir werden nunmehr in aller Ruhe, unabhängig von der aktuellen Enttäuschung über das Ausscheiden, mit allen Beteiligten analysieren und überlegen, was zu tun ist, damit unsere Frauen-Nationalmannschaft wieder an frühere Erfolge anknüpfen kann", sagte Grindel.

Bundestrainerin Steffi Jones brachte Islacker für Demann. "Da darf kein Zweifel dran aufkommen, dass wir so weiterarbeiten sollten", sagte Sara Däbritz.

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