ROUNDUP: WHO mahnt zur Hepatitis B-Impfung für Neugeborene weltweit

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Anlässlich des Welthepatitis-Tages hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die globale Strategie zur Eliminierung von Hepatitis dargelegt und sich dabei unter anderem dafür ausgesprochen, alle Neugeborenen gegen Hepatitis B zu impfen. Hepatitis, auch Gelbsucht genannt, kann zu Krebs führen. Die WHO sieht gute Fortschritte, neue Infektionen bis 2030 um 90 Prozent und die Zahl der Todesfälle um 65 Prozent zu reduzieren.

Nach WHO-Einschätzungen waren 2015 weltweit 71 Millionen Menschen mit Hepatitis C und 257 Millionen Menschen mit Hepatitis B infiziert. In diesen 28 am stärksten betroffenen Ländern besteht der WHO zufolge erheblicher Handlungsbedarf.

Hierzulande wird die Hepatitis-B-Impfung für Säuglinge bereits seit 1995 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) empfohlen und ist Teil der Schutzimpfungen, die im Alter von zwei Monaten erfolgt. Daher wir vor allem den Risikogruppen eine Impfung empfohlen. Rund 1,3 Millionen Menschen starben an den Infektionen.

Bis Ende 2015 wurden laut WHO-Schätzung nur neun Prozent der Personen mit einer Hepatitis-B-Infektion und 20 Prozent der Hepatitis-C-Infizierten getestet und diagnostiziert, die meisten indes ahnen nichts von ihrer Erkrankung.

Rund 70 Prozent der Hepatitis-Kranken leben nach WHO-Angaben in 28 Ländern, darunter China, Indien, Südafrika und Brasilien.

Außerdem erklärte die WHO, dass weniger als zehn Prozent der Infizierten überhaupt von ihrer Krankheit wüssten. 89 Prozent der Länder hätten den Kampf gegen die Hepatitis inzwischen zur Priorität gemacht. 30 Prozent der Infektionen passieren durch falschen Spritzengebrauch in Krankenhäusern und Praxen oder bei Impfkampagnen. Arme Länder hätten mit dem Hersteller Preise von rund 230 Euro für das Dreimonatsrezept ausgehandelt, sagte Bulterys. Die Organisation habe bereits Einsprüche beim Europäischen Patentamt eingelegt, um Generika zu ermöglichen.

Bei Hepatitis B brauchen Patienten laut WHO lebenslang Medikamente. Hier hätten manche Länder mit den Herstellern Preise von nur noch rund 40 Euro für die Behandlung pro Patient pro Jahr ausgehandelt. In Deutschland ereigneten sich laut Angaben des RKI 4.368 Hepatitis-C-Infektionen im Jahr 2016 (zum Vergleich Hepatitis-B-Infektionen: 3.005 im Jahr 2016). Die Ursachen seien unbekannt.

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