Kritik an Schieflage am Arbeitsmarkt

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Cloppenburg/Vechta Im Oldenburger Münsterland steigt die Zahl der unsicheren Jobs: Rund 30100 Menschen arbeiten nach Angaben des in Oldenburg ansässigen Bezirksverbandes Nordwest-Niedersachsen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) im Kreis Cloppenburg in Teilzeit, Leiharbeit oder haben einen Minijob als alleiniges Einkommen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung, die die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Kreis Emsland seit dem Jahr 2003 untersucht hat.

IG BAU-Bezirksvize Herbert Hilberink spricht von einem "Alarmsignal an die Politik": "Es kann nicht sein, dass wir einerseits einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, aber andererseits so viele Menschen in prekären Verhältnissen arbeiten", sagt Hilberink. Hier sei "grundsätzlich etwas in Schieflage geraten".

Die Quote solcher "atypischer" Jobs sei von 27 Prozent im Jahr 2003 auf jetzt schon 38 Prozent gestiegen - ein Rekordwert.

Besonders die Teilzeit-Beschäftigung habe drastisch zugenommen: Arbeiteten 2003 im Kreisgebiet noch etwa 14 000 Erwerbstätige in Teilzeit, waren es 2016 bereits rund 21 800 - ein Anstieg von 56 Prozent. Gerade für Frauen sei es nach einer Familienpause schwer, wieder voll in den Beruf einzusteigen. Der unbefristete Vollzeit-Job müsse dringend wieder zum Normalfall werden. "Gegen die Teilzeit-Falle brauchen wir endlich ein verbrieftes Rückkehrrecht in Vollzeit", ist Sabine Katzsche-Döring überzeugt. Auch bei Minijobs gebe es der Studie zufolge keine Entwarnung: Rund 18 800 Menschen im Kreis waren 2016 ausschließlich geringfügig beschäftigt. In der Gebäudereinigung machten Minijobs mittlerweile die Hälfte aller Arbeitsplätze aus, berichtet Gewerkschafterin Katzsche-Döring. Auch hier seien es insbesondere Frauen betroffen.

Mit Blick auf die Bundestagswahl im September verlangt die Gewerkschaft entsprechende Konzepte der Parteien. "Statt aufs Billig-Prinzip sollten Chefs auf Kontinuität setzen", betont Kreft.

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