Hochwasser: Landkreis Goslar ruft Katastrophenalarm aus

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Wegen der starken Regenfälle droht eine Talsperre oberhalb von Wernigerode im Harz überzulaufen: Die Talsperre habe in den vergangenen Tagen schon eine ganze Menge Wasser zurückgehalten und werde nun wie eine volle Badewanne überlaufen, warnten die Behörden. Die Altstadt ist überflutet, die Innenstadt gesperrt.

Insbesondere in der Region rund um den Harz traten Bäche und kleinere Flüsse über die Ufer. Goslar hat am Mittag den Katastrophenalarm ausgerufen. Tief "Alfred", das seit Tagen bundesweit für Hochwasser und tiefgraue Himmel sorgt, traf am Mittwoch vor allem die Region am Harz.

In Bad Harzburg steht das Wasser in vielen Straßen fast einen halben Meter hoch.

Äußerst angespannt war die Lage auch in der Stadt Goslar selbst. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

Der Katastrophenschutzstab des Landkreises Goslar übernimmt die Einsatzleitung im Hochwassergebiet. Die Altstadt hat steht unter Wasser. Einige Häuser sind von der Außenwelt abgeschnitten, Anwohner warten verzweifelt auf Sandsäcke. Bahnverbindungen in ganz Niedersachsen wurden gesperrt. Das Pflegeheim Theresienhof muss evakuiert werden, und auch andere Teile sind betroffen. Nach Angaben der Stadtverwaltung trat der Fluss Innerste in der Nacht zwischenzeitlich über die Ufer, nachdem starke Regenfälle deren Pegelstände auf Rekordwerte ansteigen ließen. Auch die Bundesstraße 4 war teilweise unpassierbar, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Eine Verwaltungsmitarbeiterin bezeichnete die aktuelle Situation wie folgt: "Hier ist Land unter". Am Bahnhof eines anderen Ortes stand das Wasser wenigstens 20 Zentimeter hoch. Auch hier sind die Feuerwehren im Dauereinsatz. Die Polizei orderte Verstärkung. "Alfred" hat Deutschland fest im Griff und bringt vielen Regionen Dauerregen. Über Nacht schwoll die Holtemme, ein Zufluss der Bode, dramatisch an. Eine unmittelbare Gefahr für die Menschen bestehe jedoch nicht. 120 Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk waren über Stunden im Einsatz. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz rechnet mit einem weiteren Anstieg der Alarmstufen. In Wernigerode selbst verschwand eine 69-Jährige in der Nähe eines Flusslaufes. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau am Dienstag in den stark angestiegenen Fluss gefallen ist. Deshalb kann es noch in der Nacht in der Südosthälfte zu Niederschlägen kommen. Die Unwetterwarnung gilt bis Donnerstagmorgen, 6 Uhr.

Dauerregen und Hochwasser haben am Mittwoch im Süden Niedersachsens auch Tausende Bahn- und Buspendler in die Bredouille gebracht. Im Landkreis Coburg erreichte die Itz laut Hochwassernachrichtendienst die zweite von vier Meldestufen, in Bad Königshofen im Grabfeld stieg die fränkische Saale stark an und erreichte die erste Meldestufe. Derzeit seien alle Zufahrtswege in die Stadt wegen Überschwemmungen gesperrt. "Das ist aber nicht erforderlich: nach allem was wir gehört haben, entspannt sich die Lage wieder", so ein Regierungssprecher. Den zweithöchsten Spitzenwert erreichte Artern in Thüringen mit mehr als 110 Liter Regen pro Quadratmeter, sagte ein DWD-Sprecher. Besonders heftig war die Lage auch in Thüringen. Sie blockierten Straßen und beschädigten die Oberleitung einer Straßenbahn. Am Dienstag gab es in dem Bundesland etliche Autounfälle wegen Aquaplaning. Gullideckel wurden aus ihrer Verankerung gedrückt.

In Nordbayern ist es bislang nur lokal zu Überschwemmungen gekommen. Vermutlich war der Fahranfänger bei strömendem Starkregen zu schnell unterwegs.

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