Berlin und Paris wollen gemeinsam Kampfjet bauen

Einstellen Kommentar Drucken

Deutschland und Frankreich wollen zusammen einen europäischen Kampfjet als Nachfolger für Eurofighter und Rafale entwickeln. Das neue System solle unter Führung der beiden Länder entwickelt werden und auf lange Frist die derzeitigen Flotten an Kampfflugzeugen ersetzen, teilte der Elyseepalast nach dem Treffen des deutsch-französischen Ministerrats am Donnerstag in Paris mit. Merkel erläuterte, bis 2018 solle es eine gemeinsame Planung geben. "Das ist eine tiefgreifende Revolution", meinte zudem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Die konkreten Pläne für das Projekt sollen demnach bis Mitte kommenden Jahres ausgearbeitet werden. Das neue Kampfflugzeug sei wichtig für beide Armeen. Mit dem Eurofighter hatte es wiederholt Probleme gegeben.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hob hervor, es sei "viel klüger, dass wir Europäer die nächste Generation von Gerät und Technologie gemeinsam entwickeln, ob Panzer oder Flugzeuge". Dieser machte wegen technischer Probleme, etwa wegen Materialmängeln, zuletzt immer wieder Negativschlagzeilen. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Konzeptstudie soll bis Mitte 2018 ein Fahrplan für das weitere Vorgehen aufgestellt werden. Nach dem Zusammenschluss der deutschen Panzerschmiede KMW und des französischen Panzerbauers Nexters war bereits spekuliert worden, dass das Unternehmen die Entwicklung eines "Le Leo" (angelehnt an den deutschen Kampfpanzer Leopard 2) angehen könnte. Bei der Beschaffung eines neuen Artilleriegeschützes streben die beiden Länder ebenfalls eine Zusammenarbeit an. Deutschland nutzt bisher die Panzerhaubitze 2000 von KMW und Rheinmetall. Die Vorhaben sollen auch anderen europäischen Staaten offenstehen.

Euro-Drohne: Deutschland und Frankreich wollen die Entwicklung der Euro-Drohne vorantreiben, die bei der Bundeswehr langfristig die israelischen Aufklärungsdrohnen der Typen Heron und Heron TP ersetzen soll.

Comments