Liegestützen auf dem Altar sind Kunst

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Was nach einer ziemlich irren Aktion klingt, ist nach Meinung des Landgerichts Saarbrücken Kunst - und keine Störung der Religionsausübung.

Der Künstler Alexander Karle macht für sein Kunstprojekt "Pressure to Perform" Liegestütze auf dem Altar der katholischen Kirchengemeinde St.

Das Landgericht Saarbrücken hat am Montag das Urteil des Amtsgerichts gegen einen Videokünstler aufgehoben, der auf einem Altar einer katholischen Kirche Liegestütze gemacht hatte und dafür zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt worden war. Es hob damit das Urteil des Amtsgerichts vom Januar gegen den Videokünstler Alexander Karle auf, der für diese Aktion zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt worden war.

Die Kammer betrachtete die Liegestützen als Ausübung einer künstlerischen Tätigkeit und nicht als "beschimpfenden Unfug". Und zwar ungeachtet dessen, ob diese Kunst nun gefalle oder provoziere. Zudem sei Karle "dezent, ruhig und zurückhaltend" vorgegangen. Er war über eine Kordel in den Altarraum gestiegen. Die Richter sprachen eine Verwarnung aus und eine Geldstrafe von insgesamt 1.000 Euro, falls der Künstler gegen die Bewährung verstoße. Pastor Eugen Vogt, der seinerzeit Anzeige gegen den Künstler erstattet hatte, zeigte sich enttäuscht.

Ganz ohne Strafe bleibt die Aktion für Karle allerdings nicht: Das Gericht kam zu der Einschätzung, dass der Angeklagte bei seiner Aktion Hausfriedensbruch begangen habe. Nach wie vor halte er die Aktion für "ein grob ungehöriges und missachtendes Verhalten". "Ich wollte nur zeigen, wie widersprüchlich das Thema ist, was fiktiv oder real ist", begründete er auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

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