Laptops dürfen bei USA-Flügen vorerst weiter ins Handgepäck

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Ein kolportierter Laptop Ban für Flüge zwischen Europa und den USA dürfte damit vorerst vom Tisch sein. Statt eines Laptop-Verbots fürs Handgepäck sollen strengere Sicherheitsmaßnahmen kommen: "Nichts zu tun, ist keine Alternative", sagte Heimatschutzminister John Kelly.

Voraussetzung sei allerdings, dass die Fluggesellschaften schärfere Sicherheitsbestimmungen der US-Regierung umsetzten.

Mit dem Maßnahmenkatalog reagiert Washington auf angebliche Erkenntnisse von US-Terrorexperten, wonach Terrororganisationen inzwischen Sprengsätze in Laptops und anderen elektronischen Geräten verbergen können. Übernehmen diese Flughäfen nun die neuen Sicherheitsregeln, könne dieses Verbot aufgehoben werden, so das DHS. Kelly sagte, die Maßnahmen seien für die Passagiere teils "sichtbar und teils unsichtbar".Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, Fluggesellschaften hätten 21 Tage Zeit, um die neuen Regeln für Sprengstoff-Screenings zu implementieren.

Gleichzeitig zeigen sich Experten davon überzeugt, dass die jetzt vorgestellten Maßnahmen ein besserer Ansatz zur Erhöhung der Sicherheit im Flugverkehr ist als ein komplettes Laptop-Verbot, wie etwa Jeffrey Price von der Metropolitan State University of Denver gegenüber Wired betont.

Auch genauere Personenkontrollen, neue Technik sowie der Einsatz von mehr Sprengstoffhunden ist vorgesehen.

Das Heimatschutzministerium verlangt unter anderem erweiterte Scans aller elektronischen Geräte, die größer sind als ein Smartphone. Laut Fachleuten ist Sprengstoff von einer eingebauten Computerbatterie schwer zu unterscheiden.

Von den Maßnahmen werden insgesamt 280 Flughäfen in 105 Ländern betroffen sein, von denen rund 180 Fluggesellschaften täglich auf 2100 Flügen rund 325000 Passagiere in die USA bringen. Wer sich nicht an die neuen Vorschriften hält, wird Amerika laut Ministeriumsangaben nicht anfliegen dürfen, auch nicht mit Laptops oder Tablets im Frachtraum. "Wir legen die Latte weltweit höher", sagte der DHS-Mitarbeiter. Verwiesen wurde unter anderem darauf, dass Geschäftsreisende dann nicht mehr an Bord arbeiten könnten, was erhebliche wirtschaftliche Einbußen zur Folge hätte.

Am Mittwoch (28. Juni) sagte der DHS-Mitarbeiter, man habe bis zuletzt ein generelles Laptop-Verbot erwogen. Einen Zeitrahmen für die Umsetzung nannte er nicht, die Fluggesellschaften sollten aber ausreichend Zeit für die neuen Maßnahmen erhalten.

Seit Wochen steht ein vollständiges Verbot der Laptop-Nutzung auf Reisen in die USA im Raum. In der Übergangsphase müssten Airlines und Flughäfen von den jeweiligen Staaten unterstützt werden.

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