Darmstadt baut Teilchen-Beschleuniger

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Wissenschaftler aus aller Welt wollen an Fair neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich die Materie nach dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren entwickelt hat.

In Darmstadt wurde am Dienstag der Spatenstich für die internationale Teilchen-Beschleunigeranlage Fair nordöstlich des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung gesetzt. Die Anlage wird vom GSI Helmholtzzentrum für Schwer-Ionen-Forschung betrieben.

"Wir bewegen uns an der Grenze des technisch und wissenschaftlich Möglichem", sagte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Fair GmbH und Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Georg Schütte.

Herzstück der neuen Anlage ist ein 1,1 Kilometer langer Ringbeschleuniger, der 17 Meter tief unter der Erde verläuft. Er wird an einen bestehenden Beschleuniger angedockt, der etwa 200 Meter Umfang hat. Daraus wollen sie Rückschlüsse auf die Entwicklungsgeschichte des Universums ziehen. Kleinste elektrisch geladene Teilchen, Ione und Antiprotone sollen fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden und auf einen Widerstand prallen.

Für die Anlage ist ein Investitionsvolumen von etwa 1,3 Milliarden Euro veranschlagt.

Beim Aufprall sollen ähnlich hohe Temperaturen erzeugt werden wie etwa im Inneren von Sternexplosionen. Die Forschungsgebäude werden wegen der Strahlung bis zu acht Meter dicke Betonwände haben. Das internationale Beschleunigerzentrum soll rund 3000 Forschern aus 50 Ländern zur Verfügung stehen. Rund 600.000 Quadratmeter Beton müssen verbaut werden - im Mengenvergleich acht Mal das Fußballstadion Frankfurt. Am häufigsten verglichen wird die Anlage in Darmstadt mit dem Europäischen Kernforschungszentrum Cern bei Genf. Cern konzentriert sich bei der Erforschung des Universums auf die Zeit unmittelbar nach dem Urknall.

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