Priester wünscht Kohls Familie bei Totenmesse Versöhnung

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Berlin. Nach vielen Liedern, dem Kyrie, nach Unmengen von Weihrauch und einem Gleichnis aus dem Evangelium geht es plötzlich um ganz weltliche Dinge in der Berliner Hedwigs-Kathedrale. Die Verwandten hätten ein unterschiedliches Bild von Kohl; Außenstehende sollten sich aber bei einer Bewertung der Umstände zurückhalten. Die Vorbereitungen der Trauerzeremonien werden überschattet von heftigen Streitigkeiten zwischen der Witwe Maike Kohl-Richter und Kohls Sohn Walter. Er findet Worte zu dem sprachlos machenden Trauerspiel von Oggersheim.

Berlin. Viele Bundestagsabgeordnete gedenken heute des gestorbenen Altkanzlers Helmut Kohl.

Kohl war am 16. Juni im Alter von 87 Jahren gestorben. Am 1. Juli ist ein europäischer Trauerakt in Straßburg geplant. Beigesetzt werden soll er in Speyer. Dieser forderte unter anderem einen Staatsakt in Berlin für seinen Vater und kündigte an, nicht an der privaten Beisetzung in Speyer teilnehmen zu wollen. Neben Kanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert und zahlreichen Kabinettsmitgliedern nahm auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil.

Mit Blick auf die Wünsche von Kohls Witwe Maike Kohl-Richter für die offiziellen Feierlichkeiten sagte Roth, es gebe selbstverständlich jedes Recht, Trauer privat zu gestalten.

"Das ist keine Ersatztrauerfeier für Straßburg oder Speyer, sondern im besten Fall eine Ergänzung", sagte eine Fraktionssprecherin.

Der Vorsitzende der Unionsfraktion Volker Kauder würdigte Kohl als großen Europäer und deutschen Patrioten.

© AFP Hochrangige Trauergemeinde bei der Totenmesse für Helmut Kohl. Menschen seien ihm wichtig gewesen.

Hochrangige Trauergemeinde bei der Totenmesse für Helmut Kohl. Ihr Verhältnis gilt seit langem als angespannt. Seine erste Frau Hannelore, die Mutter von Walter Kohl, ist in Ludwigshafen begraben. "In dieser Stunde sind unsere Gedanken auch bei Helmut Kohls Witwe sowie bei seinen Söhnen und ihren Familien", sagt Priester Jüsten. "Wir wünschen ihnen allen, dass sie untereinander Versöhnung und Frieden erfahren", sagte Jüsten am Dienstag laut Redetext bei der Totenmesse für Kohl in der Berliner Hedwigskathedrale. Es klingt wie ein Appell an die Familie.

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