Stada-Übernahme durch Finanzinvestoren gescheitert

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Bad Vilbel - Die 5,3 Milliarden Euro schwere Übernahme des hessischen Arzneimittelherstellers Stada ist gescheitert. Weil weniger Aktionäre als erwartet ihre Aktien angedient hatten, setzten Bain und Cinven am 7. Juni - einen Tag vor Ablauf der ersten Annahmefrist - die ursprünglich gesetzte Annahmequote von 75 Prozent auf 67,5 Prozent herunter und verlängerten die Offerte um weitere zwei Wochen.

Die Papiere des Arzneiherstellers Stada sind nach der gescheiterten Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven am Montag nachbörslich weiter eingebrochen.

Bain und Cinven hatten sich in einem monatelangen Ringen gegen die Mitbewerber Advent und Permira durchgesetzt. 65,52 Prozent hätten bis Fristende am vergangenen Donnerstag die Kaufofferte der Beteiligungsgesellschaften angenommen. Stada-Aktien fielen am Montagabend nachbörslich um fast 10 Prozent auf rund 58 Euro.

Der Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad will nun seine Gewinnziele aus eigener Kraft erreichen. "Die Wachstumsziele für das laufende Geschäftsjahr 2017 bleiben von der Beendigung des Übernahmeangebots unberührt", teilte Stada weiter mit.

Probleme der Investoren, die Anteilseigner zu überzeugen, hatten sich bereits abgezeichnet.

Das Investoren-Duo darf nun nach dem Gesetz ein Jahr lang keinen neuen Anlauf bei Stada nehmen - es sei denn, das Unternehmen selbst und die Finanzaufsicht BaFin stimmten zu. Bain und Cinven können aus rechtlichen Gründen zwar 2018 ein weiteres Angebot für den Pharmakonzern vorlegen, in Finanzkreisen wird dies aber als wenig wahrscheinlich gesehen. "Wir respektieren das knappe Votum unserer Aktionärinnen und Aktionäre und verstehen es als Auftrag, unsere erfolgreiche Wachstumsstrategie weiter voranzutreiben", sagte Vorstandschef Matthias Wiedenfels. Für das Jahr 2019 stellt das Unternehmen einen Anstieg des bereinigten Konzernumsatzes auf 2,65 bis 2,70 Milliarden Euro, ein bereinigtes EBITDA zwischen 570 und 590 Millionen Euro und einen bereinigten Konzerngewinn zwischen 250 und 270 Millionen Euro in Aussicht.

Als Gefahr für die Übernahme hatte zuletzt der hohe Anteil von Privatanlegern gegolten, die rund 27 Prozent an Stada halten. Darunter sollen viele traditionsbewusste Ärzte und Apotheker sein, die einen Verkauf des Pharmakonzerns kritisch sehen. Daneben könnten auch aber auch andere Interessenten für Stada wieder ins Spiel kommen. Der Konzern hatte die Übernahmepläne bis zuletzt unterstützt.

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