Nordkorea bestreitet Folter von US-Studenten

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Seoul. Nordkorea hat Vorwürfe dementiert, den gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier während seiner Haftzeit brutal behandelt oder gefoltert zu haben. Die Eltern Fred und Cindy Warmbier sagten der Nachrichtenagentur AP, dass das nordkoreanische Regime ihren Sohn, der zuvor kerngesund gewesen war, misshandelt und terrorisiert habe.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete das Regime in Pjöngjang als brutal.

Nach dem Tod des amerikanischen Studenten Otto Warmbier haben die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea einen weiteren, schweren Rückschlag erlitten. Er konnte zwar selbstständig atmen und unkontrolliert blinzeln, zeigte sonst aber keine Reaktionen. "Wir konnten seine Stimme nicht mehr hören", heißt es in der Stellungnahme der Eltern. Innerhalb eines Tages habe sich sein Gesichtsausdruck spürbar verändert, vom Ängstlichen zum Friedlichen.

Woher die gesundheitlichen Schäden rührten, ist bisher nicht abschließend geklärt.

Der plötzliche Tod des US-Studenten Otto Warmbier beschäftigt die Politik und die Medien. Wärter hätten ihm daraufhin eine Schlaftablette gegeben, woraufhin er das Bewusstsein verloren habe und nicht mehr erwacht sei.

Nordkorea beschuldigte außerdem die USA eine "Schmutzkampagne" gegen das Land zu inszenieren. Allerdings fanden sich an seinem Körper keine äußerlichen Spuren einer Misshandlung. Nach Meinung von US-Medizinern könnten die Schädigungen im Hirn dagegen von einem Sauerstoffentzug stammen. Allerdings wurden zunächst auch keine Hinweise auf ein Trauma, etwa durch Schläge auf den Kopf, gefunden. Auch dessen Eltern wiesen die Schuld am Tod ihres Sohnes direkt Nordkorea zu. Nordkorea habe kein Interesse daran, Berichte "über Leiden und Folter" in seinen Gefangenenlagern zu lesen. Nordkorea sei mit Warmbier gemäß nationalem Recht und internationalen Standards umgegangen. Ihm wurde vorgeworfen, er habe ein Propagandaplakat in einem Hotel abgenommen und damit eine Straftat gegen den Staat begangen. Bei der Ausreise im Januar 2016 wurde lediglich Warmbier festgenommen, weil er angeblich ein Propagandaposter aus einem Hotelflur gestohlen haben soll.

Warmbier war mit einem chinesischen Reiseunternehmen nach Nordkorea gefahren. Währenddessen wurde der US-Student in Ohio beigesetzt. In dem kommunistischen Land sind weiterhin drei Menschen mit US-Staatsbürgerschaft in Haft. Die nordkoreanischen Behörden ließen ihn daraufhin verhaften und stellten ihn vor Gericht.

Warmbier war vor wenigen Tagen - nach eineinhalbjähriger Gefangenschaft in Nordkorea - im Wachkoma liegend in die USA zurückgebracht worden. Zudem erhöht er den Druck auf China, Nordkorea zur Aufgabe seines Atom- und Raketenprogramms zu veranlassen. Warmbier wurde nach 17 Monaten aus der Haft entlassen und in die USA ausgeflogen. "Wir wissen nicht sicher, dass die Nordkoreaner Mister Warmbier getötet haben, aber ich denke, es ist ziemlich klar, dass sie große Verantwortung an den Umständen tragen, die zu seinem Tod geführt haben", sagte Moon dem US-Sender CBS.

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