Kohls Sohn bleibt Beisetzung fern

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Ausschlaggebend seien Sicherheitsgründe, teilte das Bistum Speyer mit. In einem Brief an die Parlamentsmitglieder schrieb Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU): "Viele Kolleginnen und Kollegen haben das Bedürfnis, auch hier in Berlin, in der Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands und am Sitz des Deutschen Bundestages, dem Helmut Kohl von 1976 bis 2002 angehörte, an ihn zu erinnern und seiner zu gedenken".

► In der Berliner St. Hedwig-Kathedrale soll am kommenden Dienstag (7.30 Uhr) eine Trauerfeier stattfinden. Kohls Sarg werde mit einer Europafahne bedeckt, hieß es. Kohl soll als erster Politiker überhaupt mit einer solchen Zeremonie auf EU-Ebene geehrt werden.

Bislang ist in Absprache mit Kohls Witwe Maike Kohl-Richter eine deutsche Abschiedszeremonie nur in Speyer geplant, wo Helmut Kohl am 1. Juli nach einem europäischen Staatsakt im Europaparlament in Straßburg beigesetzt werden soll. Für gewöhnlich ist es ein Bischof oder ein Abt. Dort gebe es rund 3000 Stehplätze für die Öffentlichkeit.

Am späten Nachmittag ist eine Totenmesse im Speyerer Dom geplant. Deshalb fände er es richtig, wenn sein Vater an ihrer Seite bestattet würde. Mit dem Speyerer Dom verband den gläubigen Katholiken eine lebenslange intensive Beziehung.

Berlin (dpa) - Der ältere Sohn von Ex-Kanzler Helmut Kohl kritisiert die Pläne für die Trauerzeremonien und das Begräbnis seines Vaters. "Ich finde die bisherige Entwicklung unwürdig, für meinen Vater, für Deutschland und für Europa", sagte Walter Kohl der "Zeit". Etwa um 20.45 Uhr beginnt die Beisetzung im Familien- und Freundeskreis auf dem Friedhof des Domkapitels in Speyer. Zur Begründung sagte Walter Kohl, es sei eine falsche Entscheidung, dass sein Vater nicht im Familiengrab beerdigt werde. Der Vorschlag des Altkanzler-Sohns: Nach einem Trauerakt in Straßburg am 1. Juli sollte am Brandenburger Tor in Berlin eine "deutsche Verabschiedung mit drei verbundenen Elementen stattfinden [.]: einem Staatsakt, bei dem sich Deutschland verabschiedet, einem ökumenischen Requiem, das die Konfessionen vereint, und schließlich militärischen Ehren, dem großen Zapfenstreich". Ihr Verhältnis gilt seit Langem als angespannt.

Im ZDF-Politbarometer halten es 73 Prozent der Befragten für angemessen, dass Helmut Kohl als erster Europäer einen europäischen Staatsakt bekommt.

Einer der größten Momente seines Lebens: Bei der Einheitsfeier am 3. Oktober 1990 winkt Helmut Kohl in die Menge, flankiert von Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl und Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Helmut Kohl (✝87) verstarb am 16. Juni in seinem Haus in Ludwigshafen.

Kohls Leichnam befindet sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur noch immer im Haus des früheren Bundeskanzlers in Ludwigshafen-Oggersheim.

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