Führende CDU-Politiker weisen Schulz-Kritik an Merkel zurück

Einstellen Kommentar Drucken

Berlin - Die Verbal-Attacke von SPD-Chef Martin Schulz gegen Kanzlerin Angela Merkel bringt die Noch-Koalitionspartner zusehends gegeneinander auf. In vergangenen Jahren sei Merkel mit dieser Taktik, sich nicht zu äußern und nicht festzulegen, durchgekommen - doch "nicht mehr im Jahre 2017", kündigte der SPD-Kanzlerkandidat an. CSU-Chef Horst Seehofer sagte am Montag, Schulz scheine "zu einem relativ frühen Zeitpunkt des Wahlkampfs die Nerven verloren zu haben".

Nach dem SPD-Parteitag haben sich Union und Sozialdemokraten gegenseitig angegriffen. "Ich nenne das einen Anschlag auf die Demokratie", sagte der SPD-Chef in Dortmund. Das sei kein gutes Zeichen, für einen Kanzlerkandidaten "eigentlich unwürdig", sagte Seehofer heute Vormittag vor Beginn der CSU-Vorstandssitzung in München. Das zeige, dass die Verzweiflung bei der SPD angesichts der schlechten Umfragewerte "offensichtlich ziemlich groß ist". Merkel wolle die Wähler einschläfern, das finde er nicht richtig, sagte Oppermann in der ARD.

SPD-Vize Ralf Stegner erklärte, Schulz habe "den wunden Punkt der Union" getroffen. Zuvor hatten bereits die Generalsekretäre von CDU und CSU Schulz attackiert. Auf niedrige Wahlbeteiligungen zu setzen und inhaltliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, weil man davon selbst profitiere, sei "skandalös". Linken-Fraktionschefin Wagenknecht kritisierte den Verzicht der SPD auf eine Vermögenssteuer im Wahlprogramm. Zwar habe Schulz in seiner Rede gezeigt, dass er noch nicht aufgegeben habe im Kampf gegen Merkel. Hierzu hatte die SPD nur einen Prüfauftrag beschlossen. Es sei aber "verheerend", dass die SPD keine Korrekturen bei den Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger wolle. Grünen-Spitzenkandidat Özdemir warf der SPD bei der Klimapolitik einen Etikettenschwindel vor. Stattdessen hofiere die Partei die "Kohlelobby".

Er sei deshalb nicht Regierungsmitglied geworden, weil er diese große Koalition ablösen wolle, sagte Martin Schulz.

Comments