Empörung in der Union über Schulz-Kritik an Merkel

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Während Politiker von CDU und CSU eher gelassen auf die Attacken von Schulz auch auf Kanzlerin Angela Merkel persönlich reagierten, lässt vor allem die Linkspartei kaum ein gutes Haar an der SPD. "Er scheint zu einem relativ frühen Zeitpunkt des Wahlkampfes die Nerven verloren zu haben", sagte Seehofer. Er hatte beim SPD-Parteitag am Sonntag in Dortmund gesagt, Merkel und die Union drückten sich vor inhaltlichen Aussagen und nähmen damit eine geringere Wahlbeteiligung in Kauf. Nordrhein-Westfalens designierter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte im ARD-"Morgenmagazin", die Kritik von Schulz sei "schon starker Tobak". Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sagte der "Rhein-Zeitung", eine solche Wortwahl sei "eines Spitzenpolitikers nicht würdig", der Vergleich mit einem Anschlag "geschmacklos".

Neben der Union attackierte Schulz nur die rechtskonservative AfD, die er als "NPD light" bezeichnete. Es sei kein gutes Zeichen, sich so zu äußern, sagte der CSU-Chef. Der Wahlkampf ist bereits in vollem Gange: Die SPD kann vom "Schulz-Effekt" nicht mehr profitieren. "So groß darf die Verzweiflung niemals sein, dass wir Demokraten uns gegenseitig Anschläge auf die Demokratie vorwerfen", twitterte CDU-Generalsekretär Peter Tauber.

Kritik an Schulz' Rede kam jedoch nicht nur aus der Union.

Kurzbeschreibung: Angela Merkel ist eine deutsche Politikerin (CDU) und seit dem 22. November 2005 Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. "Wenn man so scharfes Vokabular wie Herr Schulz verwendet, dann besteht zweifellos die Gefahr einer Verharmlosung der echten Feinde der Demokratie", sagte der Liberale der "Heilbronner Stimme" (Dienstagausgabe). "Ich finde, wenn man einfach gar kein Konzept vorlegt, ist das mit der Demokratie nicht vereinbar", so Oppermann. Oppermann sagt, Merkel wolle die Leute einschläfern. Am 29. Januar 2017 wurde er vom SPD-Parteivorstand auf Vorschlag Sigmar Gabriels einstimmig zum designierten Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2017 nominiert. Seine Partei habe dagegen ein solide gerechnetes Programm für die Zukunft vorgelegt. Schulz habe zwar gezeigt, dass er gegenüber Merkel noch nicht aufgegeben habe. Sie bemängelte, dass die Partei bei der Steuer "mal wieder allein auf Umverteilung" setze.

Martin Schulz wurde am 20. Dezember 1955 in Hehlrath (heute Stadt Eschweiler) geboren.

Zu den wichtigsten Punkten des SPD-Wahlprogramms, das von den SPD-Delegierten ohne Gegenstimme bei nur einer Enthaltung beschlossen wurde, zählt die Forderung nach Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen und höheren Steuern für Spitzenverdiener. Die potenziellen Koalitionspartner Linke, Grüne und FDP verschonte der Kanzlerkandidat dagegen.

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir kritisierte die SPD mit Blick auf den Klimaschutz. Das strittige Thema Vermögensteuer hatte die Parteispitze kurz vor dem Parteitag vertagt, in dem sie eine Kommission gründete. Er greife die Kanzlerin nicht an, er stelle lediglich fest, dass sie nichts sage.

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