An der Art Basel gehts politisch zu und her

Einstellen Kommentar Drucken

KUNSTMESSE ⋅ An der Art Basel scheint das Geschäft gut angelaufen zu sein. In diesem Jahr geht es besonders politisch zu. Für Art-Basel-Direktor Marc Spiegler ist das aber nur logisch: Denn Kunst sei in aufwühlenden Zeiten noch wichtiger.

Der Kunstmarkt war seit einem Allzeithoch 2014 deutlich geschrumpft (minus 17 Prozent). "Hier sind schon heute bedeutende Werke verkauft worden", so Spiegler.

Im Bereich Unlimited für grossformatige Projekte gibt es nach Angaben von Kurator Gianni Jetzer mehr politische Arbeiten als je zuvor.

Der Italiener Francesco Arena zeigt auf einem zwischen Wänden gespannten meterlangen Metallbalken Erde aus einem Flüchtlingslager auf Lampedusa, genau auf der Höhe von 1,57 Metern, seiner Augenhöhe. Julian Charrière und Julius von Bismarck zeigen Bilder aus Tschernobyl von einer Kamera, die Hirschen aufs Geweih montiert war. Für rund 15 Millionen US-Dollar (rund 13,4 Millionen Euro) verkaufte sie am Dienstag das 1970 entstandene Gemälde "Scared Stiff" des amerikanischen Künstlers Philip Guston (1913-1980). Nach dem Fachpublikum und handverlesenen solventen Sammlern darf seit Donnerstag auch das breite Publikum in die Messehallen, wo 291 Galerien Arbeiten von mehr als 4000 Künstlern präsentieren.

Die Art und ihre Parallelmessen locken viele nach Basel.

"Wofür wird Kunst benutzt?" fragt Bildhauer Tobias Rehberger aus Esslingen. Er ist mit einer funktionierenden Küche auf der Kunstmesse vertreten, der ersten Einbauküche "Frankfurter Küche" von 1926 nachempfunden, aber ganz aus Porzellan. "Um das Gehirn zu erweitern, um festgefahrene Gewohnheiten umzustossen, als Hilfe, um um die Ecke denken zu können - und zum Angeben", sagt er.

Comments