Confed-Cup: 100-Siege-Marke: Für Löw "besser als 100 Niederlagen"

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Nach der von Joachim Löw mit "klasse" benoteten Reifeprüfung gegen den Titelfavoriten Chile haben der Bundestrainer und seine Turnierfrischlinge in Russland noch richtig viel vor.

Kasan. Schon im zweiten Spiel beim Confed Cup wird die junge Nationalelf um Antreiber Goretzka zeigen müssen, was sie wirklich drauf hat. Die Abwehr muss stabilisiert werden, dafür kommt auch ein neuer Torwart.

Löw: Chile ist noch ein bisschen weg. Am Donnerstag geht es in Kasan gegen den Turnierfavoriten Chile, der sein Auftaktspiel gegen Kamerun 2:0 gewonnen hatte, praktisch schon um den Gruppensieg. Mit einem Sieg könnte das junge deutsche Team um Kapitän Julian Draxler bereits die Weichen für das Halbfinale stellen. Und auch Sanchez will seinen Rekord noch weiter ausbauen, auch wenn der Ex-Hoffenheimer Eduardo Vargas nur vier Tore weniger auf dem Konto hat. "Die Chilenen sind eingespielt. Das macht ihn so gefährlich", lobte Bundestrainer Löw. "Die Mannschaft spielt seit Jahren zusammen". Und darum weiß er, dass seine unerfahrene Mannschaft vor einer großen Herausforderung steht: "Sie haben eine unheimliche Wucht nach vorne".

Seine Position im defensiven Mittelfeld interpretierte er sehr offensiv, das deutsche Spiel war damit schwer auszurechnen. "Das erste Turnierspiel ist immer wichtig".

Auch in jener Partie kamen Charakteristika zum Tragen, die aus Chiles Nationalelf eines der Modeteams der Gegenwart gemacht haben.

Chile ist hungrig und mit einem 2:0 gegen Kamerun nach Maß ins Turnier gestartet. Der Schalker war der Mann des Abends in Sotschi, auch wenn Kapitän Draxler von der FIFA zum Man of the Match gewählt wurde. Der 30-Jährige verfolgt mit seinen Kameraden einen klaren Plan: "Unser einziges Ziel ist, den Pokal zu holen". Der starke Goretzka war von Massimo Luongo gefoult worden - und mit dem 100. Elfmeter-Tor in der deutschen Länderspiel-Historie sorgte Draxler für das 2:1. Insgesamt waren es sehr gute Ansätze der Mannschaft.

Im DFB-Tross wissen alle, dass Chile ein anderes Kaliber darstellt als Australien.

Den ersten Test hat das Perspektivteam mit einer guten Note bestanden, so viel steht nach dem Auftaktsieg gegen Australien fest. "Well done, bro.", schrieb er an Torschütze Julian Draxler.

Uhr: Das wird ein anderes Spiel als gegen die Australier. Die Identitätsmerkmale der Chilenen - die extreme Mobilität der Spieler, ihr Spiel über die Außenpositionen, aggressives Pressing bei der Balleroberung - sind nicht verhandelbar.

Löw dürfte dabei auch auf frisches Personal setzen, gerade auch auf der Torhüterposition. Bundestrainer Löw hatte im Vergleich zum 3:2-Auftakterfolg gegen Australien im Tor Marc-André ter Stegen anstelle Bernd Lenos aufgestellt. "Die Stabilität zu halten, daran können wir arbeiten", fuhr Löw in seiner Analyse fort. Mit einer körperlich robusten Dreierkette ließe sich etwas mehr Gegenwehr gegen die physisch starken Chilenen herstellen. "Es wird ein interessantes Duell", prophezeite Mittelfeldspieler Emre Can vom FC Liverpool: "Jeder bei uns freut sich auf das Spiel".

Löw brachte in der 58. Minute Timo Werner für Wagner und wenig später Niklas Süle für Brandt.

Sandro Wagner: Sehr engagierter Auftritt ohne Fortune.

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