''Rock am Ring'' weiter wegen Terror-Warnung unterbrochen

Einstellen Kommentar Drucken

"So bitter es ist, die Sicherheit der Festivalbesucher muss an erster Stelle stehen", sagte er.

Während des Auftritts der US-amerikanischen Metal-Band "Five Finger Death Punch" zeigten Fans vor der Hauptbühne ein Schild mit der Aufschrift "Kein Platz für Terror".

Die weiteren Ermittlungen hätten ergeben, dass die Männer von einem kurzfristig zur Aushilfe eingesetzten Subunternehmer an den Ring geschickt worden seien "und zur Vorbereitung eines möglichen Attentats keine lange Vorbereitungszeit gehabt hätten". Die Personen seien am Samstagmorgen wieder auf freien Fuss gesetzt worden.

Es wird weiter ermittelt, einen konkreten Tatverdacht gibt es laut Polizei derzeit aber nicht. Über mindestens einen der Verdächtigen lägen "deutliche Erkenntnisse im Bereich des islamistisch geprägten Terrorismus" vor. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) will sich um 11 Uhr am Nürburgring in der Eifel zu den Ereignissen äußern. Drei Verdächtige aus Hessen, die Zugang zum Sicherheitsbereich des Festivals hatten, seien am Morgen freigelassen worden.

Die Entscheidung für eine Fortsetzung des Festivals gab die Koblenzer Polizei am Samstagvormittag über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt: "Wir freuen uns mit euch. Nach intensiven Durchsuchungen des gesamten Festivalgeländes haben sich die Verdachtsmomente für eine akute Gefährdungslage nicht erhärtet". Dort treten dieselben Bands in anderer Reihenfolge auf.

Die Polizei lobte die Rockfans, die den Bereich an der Bühne sehr diszipliniert verlassen hätten. Anzeichen für Nervosität habe es nicht gegeben: "Die Leute sind gut drauf". Wegen des Terroralarms war das Festival mit 87.000 Besuchern am Freitag unterbrochen und das Gelände zeitweise geräumt worden. "Show musst go on". Bereits im vergangenen Jahr war das Festival auf Drängen der Behörden abgebrochen worden, nachdem mehrere Menschen bei Blitzeinschlägen zum Teil schwer verletzt worden waren. Zehntausende Besucher verließen daraufhin innerhalb kurzer Zeit geordnet und ruhig das Festivalgelände, wie Veranstalter Marek Lieberberg (71) berichtete. In Richtung der Polizei sagte er: „Ich hoffe, dass sie mit uns und unseren Fans ebenso umgehen wie bei Fußballspielen, wo am nächsten Tag wieder gespielt wird.“ Damit spielte er auf den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund an, dessen Team am nächsten Tag trotzdem in der Champions League antrat. Die Polizeipräsenz am Nürburgring war - auch vor dem Hintergrund des Terroranschlags auf ein Konzert in Manchester vor anderthalb Wochen - auf mehr als 1200 Beamte aufgestockt worden.

Comments