Ostapenko macht die Riesen-Sensation perfekt

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"Das ist unglaublich und auch für Lettland etwas ganz Besonderes", sagte Ostapenko, die als erste ungesetzte Spielerin seit der Einführung des Profi-Tennis in der französischen Hauptstadt den Titel holte.

Für Halep geht es am Samstag nicht nur um ihren ersten Major-Titel, denn wenn sie gewinnt, löst sie am Montag auch die Deutsche Angelique Kerber an der Spitze der WTA-Weltrangliste ab.

Auch ihren Siegeszug ins Endspiel hätte sie vor Turnierbeginn nicht für möglich gehalten.

Das hatte auch die siebenfache French-Open-Siegerin und nunmehrige TV-Expertin Chris Evert gemeint.

Der sensationelle Aufstieg von Jelena Ostapenko findet in Paris sein perfektes Ende. Die Weltranglisten-Vierte rang im zweiten Halbfinale Karolina Pliskova aus Tschechien mit 6:4, 3:6, 6:3 nieder.

Aber vor allen Dingen wäre sie auch die jüngste Paris-Königin seit der Kroatin Iva Majoli 1997 - in diesem Jahr wurde Ostapenko geboren. Danach stimmten die Zuschauer auf dem Court Philippe-Chatrier ein rund 15.000-stimmiges Geburtstagsständchen "Joyeux anniversaire" an - für die Lettin Ostapenko statt für die Schweizerin. Mit ihrem Vollgastennis nahm sie Halep sofort den Aufschlag ab - und das auch noch zu null. Halep indes blieb ihrer defensiven Taktik treu, erlief viele Bälle und wartete geduldig auf die Fehler der Lettin. Doch anders als früher blieb sie ruhig und drehte das Match.

OstaPENGko begeisterte nicht nur die kritischen Franzosen mit ihrer erfrischenden Hau-Drauf-Mentalität. Die Entscheidung musste im dritten Satz fallen. "Ich denke, ich habe das Spiel und die Mentalität dazu", sagte Halep.

Lange Zeit sah es nicht gut aus für die Lettin. "Aber ich habe gerade ab dem zweiten Satz meine Leistung gebracht und konnte daher gewinnen". Doch auch eine 3:0-Führung im zweiten Satz konnte die Favoritin nicht nutzen. "Ich habe mir einfach gesagt: 'Hab Spaß und kämpfe bis zum letzten Punkt.'" Symptomatisch, dass die Tochter eines Profifußballers den ersten Matchball nach knapp zwei Stunden mit einem krachenden Return-Winner verwandelte.

Auf einmal lag die Sensation in der Luft, die jüngste Finalistin bei einem Grand-Slam-Turnier seit der Dänin Caroline Wozniacki vor acht Jahren bei den US Open hatte plötzlich die besseren Karten. Zum 2:3 schaffte sie das Rebreak und gab fortan kein Spiel mehr ab. "Es ist schön, wieder im Finale zu sein", freute sich Halep, die aktuelle Nummer vier der Welt.

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