Es ist einfach: Entweder lügt Trump oder Comey. Wer ist glaubwürdiger?

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Es war die Aussage, Präsident Trump habe dem damaligen FBI-Direktor Comey gesagt, er hoffe, dass er die Ermittlungen gegen seinen damaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn fallen lasse. Auch habe er Comey kein Loyalitätsversprechen abgenommen, wie es dieser in seiner Aussage vor dem Senatsausschuss dargelegt hatte.

Washington. US-Präsident Donald Trump sieht die Russland-Affäre um eine Beeinflussung der Wahl 2016 für sich als abgeschlossen an.

Trump betonte gar: Er sei "zu 100 Prozent" bereit, seine Behauptungen zur Russland-Affäre unter Eid zu wiederholen. Trump schrieb, er sehe sich trotz vieler falscher Erklärungen und Lügen "vollständig und total" bestätigt.

Der von Präsident Donald Trump gefeuerte FBI-Chef Comey hatte in dieser Woche vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats ausgesagt und Trump dabei mehrmals der Lüge bezichtigt. Er habe diese Protokolle für notwendig gehalten, da er befürchtet habe, Trump könne über die Gesprächsinhalte "lügen". Comeys Entlassung habe Ermittlungen untergraben sollen. Er untermauerte aber Vorwürfe einer Einflussnahme des Präsidenten auf die FBI-Ermittlungen. Dagegen hatte Comey vor dem Senat mit Nachdruck erklärt, er habe "keinen Zweifel", dass es bei der Wahl russische Manipulationsversuche gegeben habe und dass Moskau erneut versuchen werde, die amerikanische Demokratie zu attackieren. Mit dieser Indiskretion, argumentierte Comey vor dem Ausschuss, habe er die Einsetzung eines Sonderermittlers in der Russlandaffäre bewirken wollen. Fazit des Trump-Lagers: Der Präsident hat eine weiße Weste und kann mit der politischer Agenda fortfahren - Comey ist der Übeltäter. Auf einer Pressekonferenz sagte Trump, er sei Artikel Fünf des Nordatlantikpaktes verpflichtet.

Der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses verlangte in diesem Zusammenhang eine baldige Klarstellung: Sollten tatsächlich Aufzeichnungen existieren, solle die Regierung davon bis zum 23. Juni Kopien an das Komitee aushändigen, hieß es in einem Brief der Ausschussvorsitzenden an das Weiße Haus. Trump sogar wäre froh, wenn er Sonderermittler Robert Mueller seine Version der Dinge darlegen könnte, fügte er hinzu.

Durch Comeys Schilderungen, auch hinter verschlossenen Türen, hätten die Ermittler nun einen "Reichtum von Informationen", die es von Mueller wie von den mit der Sache befassten Ausschüssen zu verfolgen gelte, sagte der frühere Vize-Präsidentschaftskandidat Tim Kaine. Keine 24 Stunden später hält sich Trump jetzt nicht mehr an die Abmachung. Comeys Aussage habe nichts Neues gebracht, sagen sie. Der Präsident machte klar, dass er sich nach der Aussage vollständig rehabilitiert sieht.

Die Ironie der Geschichte ist, dass die Ermittlungen gegen Flynn gar nicht im Zentrum der Russland-Ermittlungen stehen. Doch ihm blieb unverständlich, dass Comey dies nicht auch der Öffentlichkeit mitteilte.

Natürlich brauche es eine Unabhängigkeit der Institutionen, Trump aber sei sich des "Protokolls", das die langjährige Beziehung zwischen Justizministerium, FBI und dem Weissen Haus bestimme, nicht bewusst gewesen.

Republikanische Senatoren machten indes deutlich, dass sie keine Beweise für einen Behinderung der Justiz durch Trump sähen. Trumps Anwalt sagte, es sei an den Justizbehörden zu prüfen, ob wegen dieser Enthüllungen ermittelt werden müsse.

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